Teil 4 : Nationalparkliebe

Nach zwei Tagen auf einem vollen Campingplatz mussten wir einfach wieder weiter. Es hat ja nicht nur der Johannes Urlaub, sondern wir auch.

Mit vollem Wasser- und leerem Klotank fuhren wir also los in Richtung Tivedens Nationalpark, wohl wissend, dass wir den nicht in einem Stück Fahrt erreichen würden. Das war aber auch nicht weiter schlimm, weil das Wetter erst Mal richtig schlecht wurde und es zum ersten Mal richtig arg und lange geregnet hat. Das wiederum war aber auch nicht ganz so schlimm, weil wir den Nachmittag quasi im Einkaufszentrum vom Linköping verbracht haben. Erst waren wir zusammen mit Johannes drin, aber das war nicht so gewinnbringend. Deswegen bin ich dann nochmal alleine Lebensmittel einkaufen gegangen, dann Simon alleine ein tolles Wimmelbuch und dann ich nochmal alleine eine Regenjacke für Johannes (und noch zwei Tshirts und ne Hose und nen Hoodie, weil die Sachen da so schön und gar nicht mal teuer waren). Ja und dann sind wir noch ein Stück weiter gefahren nach Motala am Vättern-See, wo wir am gratis am Hafenparkplatz übernachten konnten. Das Wetter hier war auch richtig gut. Und das Beste war, dass direkt nebenan einer der schönsten Spielplätze, die wir je überhaupt gesehen haben, war:

Während Johannes schon im 7. Himmel war, habe ich uns aus der Nähe war zum Abendessen besorgt, da es schon 19 Uhr war, und wir keine Lust auf Kochen hatten.

Am See vorne waren wir auch noch. Herrlich hier! Da Johannes nachmittags ja wegen des Regens nicht aus dem Auto konnte, durfte er sich noch bis nach 21 Uhr auf dem Spielplatz austoben.

Ab 9 Uhr am nächsten Morgen war der Parkplatz kostenpflichtig, aber wir sind noch ein bisschen geblieben, um das Öffnen der Schiffsschleuse am Kanal zu beobachten und um nochmal am Spielplatz zu sein, bevor dann zum Nationalpark weitergefahren sind. Ein kurzer Zwischenstopp zum Tanken und Milchnachschub kaufen musste noch her. Ich hatte nämlich aus Versehen beim letzten Einkauf 3 Liter „Filmjölk“ gekauft. Schmeckt wie Buttermilch, ist aber sehr sämig und dickflüssig. Nicht ideal im Kaffee oder zur Zubereitung von Kakao. Die Milchauswahl ist aber eh sehr verwirrend in Schweden… Ich glaub ich muss beim nächsten Einkauf mal ein Foto von dem Regal machen.

Als wir im Nationalpark ankamen, hat es erst mal noch geregnet, aber wir haben erst noch spät Mittag gegessen und hatten es nicht sonderlich eilig.

Der Haupteingang des Tivedens war im besten Sinne amerikanisch. Zwei Lagerfeuerstellen, mehrere Sitzgruppen, teilweise überdacht. Eine Information, alles schlicht und schön aus Holz gemacht. Genauso wie die Plumpsklos etwas abseits.

Bis wir wirklich am Anfang der Tour losgingen, war es zwanzig vor drei und die Tour war mit 3,5 Stunden veranschlagt. Der Regen hatte aufgehört, aber ein bisschen Nieselregen kam ab und an noch herunter. Trotzdem waren wir schon nach den ersten Metern absolut hingerissen und fasziniert von der Natur und der Landschaft. „Waldlandschaft mit Wildnischarakter“ steht in der Kurzbeschreibung. Passt.

Insgesamt kann man ja gar nicht viele Höhenmeter machen, da der höchste Punkt hier ca. 40 Meter weiter oben ist als der niedrigste, aber es geht ständig rauf und runter. Überall Felsen, Flechten, Moos und Blaubeeren soviele man essen kann. Auch einige mir bekannte gute Speisepilze habe ich am Wegrand entdeckt, aber ich habe erst beim Verlassen des Parks gelesen, dass man sie mitnehmen hätte dürfen.

Trotz einer längeren Pause und vielen Fotos haben wir die Tour in drei Stunden locker geschafft und beschließen, eine Nacht in der Nähe zu verbringen (aber natürlich außerhalb des Parks), um am nächsten Tag nochmal eine kleine Tour zu gehen.

Dank Park4Night fanden wir drei potentielle Plätze an einem kleinen See. Auf dem ersten standen allerdings schon zwei Womos, was verständlich war, weil der Platz wirklich schön war. Da wollten wir uns nicht noch dazwischen quetschen. Das macht man einfach nicht. Der zweite Platz war sehr schräg und nicht ideal. Der dritte Platz war dann unserer. Die Einfahrt sieht man kaum, wenn mans nicht weiß und sie ist auch schon relativ zugewachsen. Perfekt. Wir standen also umgeben von Wald und See ganz ruhig, aber trotzdem nicht weit weg von der Straße. Uhrzeittechnisch auch ideal, um noch zu kochen und die Gegend ein wenig zu erkunden.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und ich freue mich über eine warme Dusche (am Abend war noch nicht genügend warmes Wasser da…) Simon springt kurzerhand in den See, um sich zu erfrischen. Aber nur ganz kurz, weil das dunkelbraune Wasser ihm nicht ganz geheuer ist. Meins wärs auch nicht. Klares sauberes Wasser, aber eben sehr dunkel.

Gegen halb 10 sind wir dann auch schon wieder am Nationalpark-Parkplatz, der bei dem schönen Wetter um die Uhrzeit schon gut besucht ist. Wir wollen eine relativ kurze Runde gehen und lassen Johannes, der noch nicht geschlafen hat, selber laufen bevor er in die Kraxe kommt. Er meistert die Wurzeln und Felsen mittlerweile ganz prima und sagt auch dauernd sowas ähnliches wie „wandern, wandern“.

Wir legen ein paar Päuslein mehr ein und manchmal tragen wir ihn so ein Stück. Einmal spielt er wirklich ganz lange alleine an einem Felsen mit einem Stock und den Tannennadeln. So süß!

Erst als wir auf den Aussichtspunkt nach ca. einem Kilometer hochsteigen, tun wir ihn vor dem Abstieg in die Kraxe, in der Hoffnung auch, dass er noch ein bisschen schlafen kann. Aber die Natur gefällt ihm wohl doch zu gut und er zeigt uns alle Pilze, die er von oben erspäht. Kurz vorm Ende der Tour kommen wir nochmal ein längeres Stück am See vorbei, der einen wunderschönen menschenleeren Sandstrand hat. Das Wasser ist bernsteinfarben und viel wärmer als gedacht und geht ganz seicht hinein. Perfekt!

Johannes kann sich nochmal so richtig im Wasser verausgaben, das macht Spaß!

Dann trocknen wir ihn ab, packen ihn warm ein und gehen zurück zum Womo. Die letzten Meter sind nochmal richtig toll!

Er schläft aber immer noch nicht und bleibt mit Simon noch ein wenig am Lagerfeuer, während ich den Pfannkuchenteig für die Blaubeerpfannkuchen vorbereite.

Vor dem Supermarkt hatte ich am Vortag einer armen Frau eine Schale echter Blaubeeren abgekauft und sie gleich ins Gefrierfach getan. Die Pfannkuchen waren wirklich super lecker!!!

Mittlerweile war Johannes dann aber doch endlich seeeehr müde und schlief noch beim Rausfahren aus dem Parkplatz ein. Da man im Nationalpark selber keinen guten Empfang hat, machten wir ein paar Kilometer außerhalb nochmal Halt, um zu überlegen, wohin es als nächstes gehen sollte. Simon hatte irgendwo das Glaskogen Naturreservat mit einem Naturcampingplatz entdeckt und diese Richtung schlugen wir ein. Gute 3 Stunden Fahrzeit meinte das Navi dazu und wir waren froh, dass wir noch genug Wasser und Klokapazität für eine weitere Nacht Freistehen hatten.

Die kleine Straße, die wir die ersten 60 Kilometer in etwa fuhren, war wunderschön! Richtig große Autobahnen gibt es ohnehin nicht und wir kamen erst bei Ölme auf eine. Nachdem Johannes gerne eine Pause machen wollte und wir eh den nächsten Rastplatz anfahren wollten, um zwei Tüten Müll loszuwerden, waren wir umso erfreuter, ein richtig cooles Burgerhouse zu finden.

Wir hatten zwar erst vor zwei Tagen Burger gegessen, aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Was für ein Glück!

Das war in der Tat einer der besten Burger meines Lebens! Man man man war der gut!!!! Den haben wir dann im Rastplatzpark gegessen und Johannes konnte nochmal richtig rumlaufen.

Nach einem weiteren Blick auf das Navi und die Uhr war aber auch klar, dass wir nicht mehr weit kommen und so steuerten wir einen potentiellen Platz auf einer kleinen Landzunge an, die in den Vättern geht. Ja ok, den haben wir auch wieder bei Park4Night entdeckt. Die lange Schotterpiste durch den Wald schreckt zum Glück viele große Womos ab.

Am Ende aber findet man einen Sandstrand direkt am zweitgrößten See Europas. Nicht übel. Ins Wasser durfte niemand mehr, aber man kann ja auch so im Sand spielen. Wir sind das einzige Womo, aber es wurden noch zwei Zelte im Wald aufgebaut.

Gerade ist es kurz vor 10 und immer noch hell genug, um ein Buch ohne Licht im Bus zu lesen. Das macht Simon gerade, während ich mal wieder viel zu viel schreibe. Aber ich nutze es, dass der Laptop halt doch nochmal zum Leben erwacht ist.

Das mit der vielen Werbung tut mir wirklich leid. WordPress ist halt eine gratis Plattform und ein Upgrade würde gleich mal 8€ pro Monat kosten. Das heb ich mir noch ein bisschen auf, bis auch der Speicherplatz von den vielen Fotos auch aufgebraucht ist. Aktuell sind wir allerdings schon bei 82%…

Danke für’s viele Lesen und bis zum nächsten Blog!

(Heute (Mittwoch) sind wir übrigens genau zwei Wochen unterwegs. Mensch, wie die Zeit vergeht!

Hier noch ein paar Fotos vom Donnerstag Morgen. Ich lade den Blog gerade vom Supermarktparkplatz in Karlstadt hoch, während Johannes schläft und Simon Spielzeug Autos Milch kauft. 🙂

3 Gedanken zu “Teil 4 : Nationalparkliebe

  1. Anonymous schreibt:
    Avatar von Unbekannt

    Hallo, ihr drei…..es sind wieder tolle Bilder dabei ….einfach schön anzusehen, wo ihr gerade sein. Grüße eine Verwandte

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  2. Sina schreibt:
    Avatar von Sina

    Ich hatte ganz vergessen, wie schön Skandinavien ist😍 tolle Bilder und tolle Motive 😉
    Lässt bald wieder von euch hören!

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