Gorropu Schlucht und mehr Meer

So schade. Diesen Blogeintrag tippe ich schon an meinem Schreibtisch zu Hause. Am Samstag Abend um 18:00 Uhr sind wir nach einer sehr langen Autofahrt wieder daheim angekommen. Deswegen wird es nun höchste Zeit, euch von unseren letzten Tagen auf Sardinien zu berichten

Am Dienstagmorgen standen wir ja noch umringt von Kühen und Schweinen auf einem herrlichen Platz an der Bergstraße Richtung Gorropuschlucht. IMG_9961Wir dachten, wir seien schon recht nah am Ausgangspunkt unserer geplanten Wanderung dorthin. Allerdings mussten wir feststellen, dass es doch noch ein Stück (nämlich ca. 45km) zu fahren waren. Das war aber nicht schlimm, da es noch ein bisschen regnete und nur besser werden konnte. IMG_977130262912_Unknown

Von der Bergstraße aus hatte man tolle Rundumblicke aufs Gebirge und auch den Eingang der Schlucht konnte man erahnen. Johannes verschläft die Fahrt, weil er für die Wanderung fit sein will (vermutlich). Die Straße unten im Tal ist ein wenig schmal und zwei Wohnmobile passen nicht zwingend nebeneinander vorbei. Aber das mussten wir nicht testen zum Glück. Der Parkplatz kostet sage und schreibe 10€ für den ganzen Tag, aber in Ermangelung von Alternativen machen wir das. Johannes schläft noch, während Simon unsere Solaranlage putzt und ich mich um die Brotzeit für die Wanderung (Rother Führer Sardinien Tour 19) kümmere.

Diese unterscheidet sich total von unserer letzten Supertour im etwas kargen Hinterland. Hier ist alles wahnsinnig grün und es riecht sooooo gut nach Macchia und Lavendel, der hier neben weißen Heckenrosen überall am Wegrand wächst. IMG_9962IMG_9965IMG_9847IMG_9848

Johannes hat anscheinend zu lange geschlafen und ist erst einmal nicht begeistert, vom Autositz gleich in die Kraxe verfrachtet zu werden. Ohje. Wir lassen ihn selber ein bisschen laufen, aber da kommt man halt gar nicht voran. Das wird ein Spaß! IMG_9959IMG_9968IMG_9967881f96f9-4b15-4762-9075-6dde8ba589d530263120_UnknownIMG_9963

Aber irgendwann klappts dann doch und er schläft sogar nochmal ein. Die Sonne kommt tatsächlich noch raus und es wird schnell fast zu warm für meine lange schwarze Wanderhose…

Als wir nach ziemlich genau zwei Stunden an der Schlucht ankommen, machen wir keine Pause und zahlen nochmal 5€ Eintritt pro Person. Johannes schläft noch und kostet nichts. Die Gorropu Schlucht ist mit bis zu 500 Meter hohen Wänden eine der tiefsten Schluchten Europas und durchaus beeindruckend. Im Sommer ist hier sicher sehr viel los. Jetzt geht es. Der Weg in der Schlucht ist in drei Teile farblich unterteilt: erst grün – leicht zu gehen, an den großen weißen Felsen vorbei und rundum mit Markierungen, dann gelb – drüber klettern und selber einen Weg suchen und rot – nur mit Führern begehbar. IMG_9845IMG_9782IMG_9784IMG_9785

Gleich zu Beginn meinen wir kurz, dass wir trotzdem umdrehen müssen, weil wir durch so ein Nadelohr (grüner Pfeil auf dem obigen Foto) kraxeln müssen, wo wir nur durchkommen, wenn wir die Kraxe und Johannes nicht auf dem Rücken haben, sondern so am Stück durchgeben. Klappt! Er ist mittlerweile dann auch wieder wach gewesen. Der weitere Weg ist problemlos, jedoch entscheiden wir, nicht weiter als zum Übergang gelb/grün zu gehen, wo die Schlucht ohnehin am höchsten und schmälsten und laut der Eingangsinfo auch am schönsten ist. IMG_9970IMG_9972IMG_9801IMG_9797IMG_9795IMG_978830263456_Unknown

Danach drehen wir um und machen an den Gumpen am Fluss vorm Eingang eine lange Pause. Erst einmal gibt es Brotzeit und dann darf Johannes aus der Kraxe raus und in den Pfützen planschen. Er wird natürlich nasser als geplant, aber immerhin habe ich Wechselklamotten für ihn dabei. IMG_9805IMG_9808IMG_9819IMG_9977IMG_9820IMG_9830IMG_9842

Der Rückweg bis zum Auto ist dann ein ewiger Haatsch, aber Johannes ist weitgehend zufrieden. Wir machen nur zwei kurze Trinkpausen und pacen ansonsten recht durch. 16,6km werden es insgesamt. Zwar nicht viele Höhenmeter, aber in dem Tempo und ohne viele Pausen dennoch sportlich. IMG_9849

Der Parkplatz wäre zwar nicht ganz übel zum Übernachten gewesen, hätte aber nochmal 10€ gekostet und war es dann doch nicht wert. Außerdem wollte Simon die schmale Straße gerne noch hinter sich lassen, um am nächsten Morgen dann keinen Gegenverkehr zu bekommen. Verständlich. Wir peilen einen Strand an, dessen Zufahrt aber schon voller Verbotsschilder für Womos ist (eher typisch für den Osten der Insel) und brechen ab. Da es ja schon spät ist, checken wir die Park4Night App und finden einen großen asphaltierten Platz unterhalb eines Hotels und einer Grotte. Es ist mega ruhig und rundherum auch echt schön. Wir duschen noch nach dem Essen und gehen platt ins Bett. IMG_9978IMG_9979IMG_9980

Am Nächsten morgen erwachen wir bei Sonnenaufgang zum Zwitschern der Vögel. Johannes kann wunderbar herumlaufen, bevor wir aufbrechen und einen kurzen Einkauf machen müssen, da am Donnerstag ein Feiertag ist. Danach peilen wir wieder einen Platz am Meer an, den uns Simons Kollege empfohlen hatte. Wir kommen schon um kurz nach halb 10 an. Da wir durch eine tiefe Salzwasserpfütze furten müssen, stehen wir danach alleine, weil die anderen Womos sich vermutlich nicht durchtrauen. IMG_9952IMG_9858cd48cd45-a73c-4c81-90e5-6be6d869a4f0IMG_9857

Da die Sonne scheint, wären zum ersten Mal die  Multianker gut gewesen, um die Markise zu befestigen, aber wir lassen sie dann doch ganz drin. Johannes ist müde und schläft nach einem Spaziergang im Bollerwagen ein und recht lange weiter. (Das habe ich genutzt, um den letzten Blogeintrag fertig zu machen).

Danach gehen wir runter an den Strand und Johannes kann ein bisschen planschen. Wird natürlich wieder nasser als gedacht und es ist leider auch nicht besonders warm. Außerdem kann er die Wellen noch nicht sehr gut einschätzen und darf natürlich keine Sekunde aus den Augen gelassen werden. Simon schon. Der stürzt sich doch tatsächlich freiwillig in die doch noch sehr kalten Fluten. IMG_9864IMG_9870IMG_9878IMG_9882

Um Johannes zu ent-sanden und aufzuwärmen machen wir einen Topf mit warmen Wasser und waschen ihn draußen ab. Danach darf er mit dem Restwasser Steinsuppe kochen und auf den Bäumen rumkraxeln.  IMG_9919IMG_9997IMG_9996Als die Sonne später doch nochmal richtig warm wird, darf er aber nochmal ans Meer runter, er hat einfach zuviel Spaß dabei! IMG_9927IMG_9935IMG_9944IMG_9956IMG_9958IMG_9990IMG_9998

Am Donnerstag ist er morgens schon um zwanzig nach 6 wach und wir noch sehr müde. Der Platz ist wirklich ein Traum bei Sonnenaufgang und herrlich ruhig. 30263488_Unknown

Das ändere ich kurzzeitig und fliege noch eine Runde mit dem letzten Drohnenakku. 😉 Das lohnt sich aber! DJI_0070DJI_0091DJI_0097

Ein paar Familienfotos machen wir auch gleich noch. DJI_0095DJI_0088DJI_0087DJI_0078

Nach dem Frühstück fahren wir weiter zum Camping Selema, den wir schon vom Jahr zuvor kennen. Dieser ist nur 20 Minuten entfernt und es ist fast gar nichts los. Herrlich! 23,50€ bezahlen wir für die Nacht inkl. Strom und stehen fast am selben Platz wie letztes Jahr. So schön unter den Pinien! Simon kann zum ersten Mal in diesem Urlaub die Hängematte aufhängen und ich mache uns Pfannkuchen zu mittags. IMG_0016IMG_0018IMG_0024

Der Campingplatz ist mega chillig, weil Johannes total weit rumlaufen kann, ganz ohne Gefahrenquellen. Simon erkennt einen Campingnachbar, neben dem wir im Vorjahr am Klöntaler See in der Schweiz zwei Tage gestanden hatten. Wie klein die Welt doch ist!

Die Pizzeria (auf die wir uns schon so gefreut hatten) hat um diese Jahreszeit leider noch zu, und auch der Pool ist noch ganz schwarz. Sehr schade. Auch der Spielplatz ist noch nicht fit gemacht worden für die Saison, aber Johannes mag ihn trotzdem. Das Karussel und die Rutsche, zu der er selber hochkraxeln kann, sind super!

Nachher gehen wir ans Meer, neben dem eine sehr große seichte warme Pfütze von einem einmündenden Fluss steht, die perfekt zum Planschen und Rumlaufen ist! Johannes borgt sich von den netten Niederländern Spielzeug und wir kommen ins Gespräch. Mit Kindern geht das immer so einfach! IMG_0026IMG_0027IMG_0029IMG_0034IMG_003884bab251-62ac-4f19-b143-80d8628442641f4a81d9-b86d-4284-8893-9404f943f2161cf5a0b1-4d49-449e-b221-e69b8f686654

Da wir am letzten Abend endlich nochmal Pizza essen wollen, gehen wir gegen 5 mit dem Bollerwagen vor in den kleinen Ort Santa Lucia. Dort soll es leckere Pizza geben. Das Lokal hat auch auf, aber Pizza gibt es erst ab halb 7 sagt uns der Kellner. Owei, ob Johannes so lang durchhält? Wir bestellen und zwei Gläser Cannonau und für Johannes ein Sandwich. Die Wartezeit bis zur Pizza überbrücken wir mit auf der großen Wiese und Fußgängerzone herumlaufen und auf die Bank klettern. Top! Um 6 sagt man uns, dass wir jetzt bestellen können. Und das Warten hat sich gelohnt: saulecker! IMG_0062IMG_0063IMG_0064IMG_0065IMG_0067IMG_0070IMG_0096IMG_0079IMG_0083IMG_0085

Vor dem Zubettgehen erschlage ich noch schnell ca. 30  Mücken, die den Weg in unser Womo gefunden haben. Uff. Aber dafür war die Nacht dann gut und wir kommen mit einem Stich an Johannes davon.

Am Freitag ist das Wetter morgens überraschend schlecht und es hat geregnet. Alles nass, auch der Spielplatz natürlich. Wir frühstücken und spielen (nach einer ausgiebigen warmen Dusche) trotzdem draußen. IMG_0161IMG_0169

Nach der nächsten Spielplatzrunde ist Johannes schon sehr müde und nass und es fängt nochmal richtig an zu regnen (zum ersten Mal im ganzen Urlaub). Wir lesen im Bus ganz viele Bücher und Johannes schläft tatsächlich um 11 ein (zum ersten Mal einfach so beim Lesen mittags). Knapp zwei Stunden! Woohoo!

Nach dem rudimentären Resteverwertungsmittagessen beschließt die Sonne, doch nochmal durchzukommen und wir gehen vor ans Meer bzw. zur großen Pfütze. SGUSE9637IMG_0179IMG_0176IMG_0177IMG_0178

Dort treffen wir eine nette Erlanger Familie, deren Sohn Hannes nur ca. ein halbes Jahr älter als unser Johannes ist. Wir ratschen viel und müssen dann aber los, weil wir ja noch zusammenpacken müssen und eigentlich um 4 Richtung Olbia aufbrechen wollten.

Simon räumt alles ein und Johannes und ich helfen, indem wir uns bei den mega netten österreichischen Nachbarn und deren Hund Emmi aufhalten, die genau die richtige Größe für Johannes hat und ihm gleich ein Begrüßungsbussi gibt. IMG_0208IMG_0203

Aber es hilft alles nichts und wir fahren kurz darauf ab. Die Fahrt nach Olbia dauert knapp eine Stunde und Johannes macht nochmal ein Nickerchen. Der Einkauf im Conad Superstore wird trotzdem anstrengend, weil Einkaufen mit Kleinkindern einfach auch mal richtig fies werden kann, wenn die Sachen haben wollen, die sie nicht kriegen… uff. Und wir wollten halt noch ein paar Leckerlis für Zuhause (Salami, Schinken, Käse, ichnusa Bier u.a.) und zum Abendessen auf der Fähre einkaufen. Das war ein bisschen stressig. Aber danach gabs dann ein paar Kekse und so hats gepasst.

Um 19:30 Uhr mussten wir am Fährhafen sein, aber irgendwie waren wir in der Schlange, die zuletzt auffahren durfte. So waren wir erst um kurz vor 9 an Bord. Die Kabine war dieses Mal nicht ganz so sauber, aber noch ok. Johannes schläft wieder ein, bevor das Schiff ablegt. IMG_0213

Die Windy App macht uns schon Vorfreude auf die hohen Wellen, die das Schiff in der  Nacht doch ein bisschen durchschaukeln, aber im Liegen gehts.

Um 6 müssen wir die Kabine verlassen und trinken noch einen Kaffee im Bistro. Ist schließlich Simons Geburtstag. 😉IMG_0221

Die Einfahrt in den Hafen von Livorno dauert noch sehr lange, aber es gibt viel zu Schauen. IMG_0227

Der Vorteil ist, dass Johannes schon wieder müde ist, als wir endlich von der Fähre runterfahren und erst mal knapp zwei Stunden schläft bis wir eine lange Frühstückspause machen, während der wir ihn dann auch richtig rumscheuchen und mit ihm Fangen spielen, damit er sich auspowert und viel Bewegung kriegt.

Wir fahren über Florenz und Bologna und haben insgesamt ca. 760km bis nach Hause zurückzulegen. Eine weitere lange Pause machen wir noch für Johannes und finden einen Rastplatz mit Spielplatz, wo er nochmal rumtoben kann. IMG_0236IMG_0240

Danach sieht sein Unterhaltungsprogramm so aus: IMG_0234

Manchmal wird es aber doch schwer, die gute Laune aufrecht zu halten und es werden viele Bestechungsknabbereien verteilt. Um 18 Uhr kommen wir ohne Staus und Zwischenfälle endlich daheim an und freuen uns, Simons Geburtstag mit seiner Familie noch ein bisschen ausklingen zu lassen.

Unterwegs haben wir schon eine Womo-to do-Liste gemacht, was wir bis zu unserem großen Sommer/Elternzeiturlaub noch verbessern wollen. Pfingsten fahren wir dieses Mal nicht mit dem Bus weg, weil wir es Simons Bruder und seiner Familie leihen, damit sie nach Sardinien fahren können. 😉

Wir fahren dann nächstes Jahr vermutlich auch wieder hin, weil wir so begeistert von dieser Insel sind!

2 Gedanken zu “Gorropu Schlucht und mehr Meer

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