Dobre dan!

Das war slowenisch und heißt „Guten Tag“. Aber wir sind ja hier nicht bei der Sendung mit der Maus, sondern in den Sommerferien, doch wie ihr sicher schon erraten habt, sind wir eben dieses Mal überraschenderweise nicht in den kühlen Norden, sondern in den viel näheren und noch von uns relativ wenig erkundeten Süden gefahren, wo wir nun seit vier Tagen in der Hitze schmoren.

Aber nun der Reihe nach.

Los ging es am späten Mittwochnachmittag erst, da wir die ersten Ferientage zuvor noch einige andere Dinge zu erledigen hatten und auch einen Mini-Heimatbesuch im Bayerischen Wald dazwischenschoben. Und dann mussten wir unser Womo noch startklar machen. Seit dem letzten Urlaub haben wir jetzt übrigens ein viel besseres Radio mit großem Display, über das man auch das Bild der neuen Rückfahr-Cam sieht – eine tolle Errungenschaft!

Aufbruch in Grafing war also wirklich erst am Mittwoch gegen 17:00 Uhr und kurzerhand entschlossen wir uns als Zwischenziel über Berchtesgaden zu fahren und die erste Nacht auf dem Campingplatz Simonhof zu verbringen, der noch ein Plätzchen für uns frei hatte, zum Glück an einer ruhigen Ecke, weil es leider extremst voll war. Gar nicht so unser Ding. Aber dafür wurde man mit einem herrlichen Ausblick Richtung Watzmann belohnt und fragt’s mich nicht wie die anderen Berge rechts daneben heißen…. auf jeden Fall ist einer von den nicht so hohen Gipfeln der Steinberg, auf dem wir vorletztes Jahr zu einer tollen Tour waren.

Donnerstag mittags ging’s schließlich bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Österreich und Wurzenpass, aber zum warm werden haben wir vorher sogar noch den Katschbergpass mitgenommen, nur um festzustellen dass der maximale Spritverbrauch unseres Ducatos bei 25% Steigung irgendwo über 50l/100km liegt und nicht mehr angezeigt werden kann…

Kaum in Slowenien angekommen (vorsichtshalber haben wir uns eine Monatsvignette für 60€ gekauft, die für Autobahnen und Schnellstraßen gilt), fuhren wir erst Mal rüber nach Italien, wo wir am Lago superiori di Fusine zwischen vielen anderen Wohnmobilen (leider auch sehr nervig lauten Besitzern teilweise) unseren ersten gratis Stellplatz für die Nacht fanden.

Aber bevor es Zeit zu schlafen war, haben wir aber in der kleinen Bar Ai sette Nani noch ein kühles Getränk zu uns genommen und sind mit einem älteren französischen Paar ins Gespräch gekommen, die seit einem Monat in Slowenien unterwegs waren und nur frei campen und uns ein paar Tipps bzw. Stellplätze verraten konnten. Dann erst mal gekocht, gegessen und noch einen Spaziergang um den Lago superiori bei Abendlicht gemacht, wirklich sehr schön!

Am nächsten Morgen haben wir es mit Frühstück und abspülen geschafft, schon vor 8 Uhr loszukommen und eine kleine Tour (3 Stunden) aus unserem Rother Wanderführer „Julische Alpen“ zu gehen. Super schöne Berge, ganz anders als bei uns und auch der Rest der Landschaft sowie der Wanderweg waren einfach bildschön. So haben wir schon in der Früh was gemacht und waren vor der schlimmsten Mittagshitze wieder zurück am Wohnmobil. Top!

Weiter ging’s dann (Freitag mittags also) Richtung Kranjska Gora, wo wir erst mal Wasser nachfüllen konnten und dann selber auch ins kühle – nein, sogar – megaeiskalte Nass gesprungen sind. Brrrr! Kein Wunder, dass da fast niemand im Wasser war… aber bei 34 Grad Außentemperatur eine willkommene kurze Abkühlung.

Dann noch schnell ein bisschen was eingekauft für’s Abendessen und weiter ging die Fahrt, hinauf in viel zu vielen Serpentinen und 800hm auf den Vrsic Pass (1611m), wo am Nachmittag alle Parkplätze belegt waren, von Autos und Schafen, die sich auch in die kleinsten Schattenplätze quetschten… die Armen!

Also sind wir gleich weiter auf der anderen Seite wieder runter gefahren Richtung Soca und hinein in den Triglav Nationalpark und haben da nochmal ein Päuschen zwischendrin gemacht, bevor wir nach Trenta weiter sind, wo wir hinter der Tourist Info einen super Stellplatz (vom Franzosen empfohlen) fanden und erst mal gelesen und gechillt haben, bevor Simon uns abends leckere Pfannenpizza gemacht hat. FullSizeRenderFullSizeRender_1FullSizeRender_2FullSizeRender_3FullSizeRender_4

Nicht ganz so früh wie am Vortag starteten wir dann am Samstag doch nochmal hinauf zum Vrsic Pass, wo wir um 9:00 Uhr ankamen und einen der letzten Parkplätze ergatterten. Aber es war auch schon wieder ziemlich heiß und höchste Eisenbahn, um mit der kleinen Tour hinauf zum Gipfel Slemenova spica (1909m) zu beginnen. Gerade am Anfang geht man komplett in der Sonne, aber der Ausblick von oben auf die umliegenden Berge entschädigt dann doch wieder für die Strapazen. Ganz oben war leider kein guter Platz für ein Päuschen, da da gerade ein Ameisenvolk am Ausfliegen war und das war dann doch etwas nervig. Schnell ein paar Fotos gemacht und wieder das Weite gesucht. Man war das heiß auch… IMG_8313

Nachdem wir wieder 800hm in Serpentinen nach unten und an Trenta vorbei gefahren sind, fanden wir ein schönes Plätzchen an der kristallklaren türkisen Soca, um uns vom Wandern zu erfrischen. Aber recht viel länger als 10 Sekunden hält man es in den wirklich eisigen Fluten auch bei der größten Hitze nicht aus. Die Kälte tut gleich richtig weh am ganzen Körper. Brrrr! Aber schön ist es trotzdem! FullSizeRender_1FullSizeRender_2FullSizeRender

Danach waren wir etwas planlos, wo wir denn den Abend und die Nacht verbringen wollten, da die Campingplätze an der Soca nicht sehr einladend und trotzdem komplett überlaufen waren. Allerdings wussten wir auch, dass es nicht erlaubt ist, im Nationalpark irgendwo frei zu stehen. Hmmm…. Und dennoch sind wir dann nach der Ortschaft Soca auf gut Glück eine Bergstraße bis ans Ende hochgefahren und haben einen perfekten, ebenen Platz an der kaum befahrenen Straße entdeckt, wo wir erst mal gelesen und gekocht haben und uns freuten, dass wir nicht von irgendeinem Ranger verscheucht wurden.

Eine Serpentine weiter unten saßen wir später dann noch und genossen den Weitblick auf das Tal nach Sonnenuntergang. Wunderschön!

Obwohl wir ein Stück oben am Berg waren, hat es die Nacht über leider nicht gut runtergekühlt und wir haben echt geschwitzt und nicht sonderlich gut geschlafen… bis wir um kurz vor 8 Uhr dann doch ziemlich unsanft von einem lauten Klopfen an der Tür geweckt wurden. Oh oh! Da war er dann doch, der Ranger. Panik! Und erst mal Simon aufwecken, der immer noch schlief, aber dann sehr schnell sehr wach war. Jetzt hieß es taktisch klug vorzugehen und zu versuchen einer vermutlich saftigen Strafe zu entgehen. Zum Glück hatten wir weder Stühle, noch irgendwelchen Müll vor dem Auto liegen und gesehen, dass der Campingplatz unten an der Soca am Vorabend wirklich wegen Überfüllung geschlossen hatte. Darauf haben wir uns bezogen und dass wir dort oben eine kleine Wanderung gehen wollten und haben ihn gefragt, ob die denn gut sei usw. und irgendwie hat er uns dann mit einer Verwarnung und dem Hinweis, dass es eigentlich 300€ Strafe kostet wild zu campen, davonkommen lassen. Puuuh…. Gerade nochmal Glück gehabt. Und das alles noch vor dem Frühstück und dem ersten Kaffee!

Dann also schnell wieder runter, ohne fingierte Wanderung (die Schilder von wegen Bear Area haben uns auch etwas abgeschreckt) und ab einen schönen Platz an der Soca finden, wo das Womo auch erst mal noch im Schatten stehen kann. Da wurden wir auch schnell fündig und verbrachten den ganzen heißen Teil des Tages (Sonntag in diesem Fall) an einem weißen Kiesstrand am Fluss. Besser geht’s nicht! FullSizeRender_3FullSizeRender_4FullSizeRender_5FullSizeRender_6

Erst gegen 15:00 Uhr rum sind wir weitergefahren bis Bovec, wo wir für 5€ eine Stunde am Stellplatz Strom zapfen, ver-und entsorgen und duschen konnten. Ein gewaltiges Naturspektakel in Form eines grandiosen Gewitters mit Bergpanorama gab’s gratis noch obendrauf.

Aber übernachten wollten wir dann dort auf dem Parkplatz auch nicht, weswegen wir dann nach dem Gewitter wieder weitergefahren sind und eigentlich auf einen kleineren Pass in Italien wollten. Allerdings rollte gerade ein zweites Gewitter an und wir haben es uns nochmal anders überlegt und sind dann doch unten geblieben und in einer Pizzeria eingekehrt, während es blitze und donnerte und wie aus Eimern schüttete. Zwei riesige Pizzen und zwei Bier für 20€ sind auch voll ok und das Mittagessen für morgen ist auch schon dabei.

Der anschließende Übernachtungsplatz am anderen Soca Ufer (wieder außerhalb des Nationalparks!) kostet dafür nichts, so muss das sein! Und da der Regen dann doch die Temperatur etwas gedrückt hat, sollte einer ruhigen Nacht hoffentlich nichts im Wege stehen…

Ausblick aus dem Fenster heute morgen:

(Jetzt ist es Montag vormittag und wir haben zum ersten Mal genügend wlan, um den Blog hochzuladen. Sonst nur E Netz… 😅)

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