Osterurlaub 2024 auf Sardinien Teil 2

Tag 8 (Ostermontag)

Am Morgen ratschen wir noch länger mit den Nachbarn und fahren so gegen 10 Uhr zu der Nuraghe nebenan, die zu den größten auf Sardinien gehört: Arrubio, wegen der roten Flechten auf den Felsen. Der Parkplatz ist noch fast leer, als wir ankommen und wir haben das weitläufige Areal noch fast für uns. Der Eintritt kostet 5€ für Erwachsene, 3€ für J und wir finden es alle sehr beeindruckend dort. Als wir wieder loswollen ist der Parkplatz so voll, dass wir gerade noch so gut rausfahren können.

Wenn jemand mehr Infos haben will, hier geht’s zum Wikipedia Artikel.

Gegen Mittag fahren wir also weiter, das Wetter wird schlechter. Wir machen irgendwo neben einer geschlossenen Bar und einem Pinienwäldchen länger Pause und kochen Rührei mit Speck, bevor wir noch weiter bis zu den Dünen von Piscinas fahren. Der Regen wäscht das Auto frei von Saharastaub, damit es auf der Buckelpiste bis zum Parkplatz wieder komplett eingesaut werden kann.

Es sind einige Womos da. Nach einer ersten langen Strandspazierrunde parken wir aber doch noch um auf den oberen Platz, auf dem wir 2021 schon standen. Am Strand liegt leider sehr viel kleines Plastik rum und man versteht, dass diese neue EU Verordnung mit den Plastikdeckeln durchaus Sinn macht… Wir sitzen lange auf den Ruinen der ehemaligen Anlegestelle und schauen aufs Meer. Weiter südlich legen angeblich Meeresschildkröten ihre Eier ab und man darf deswegen diesen Strandabschnitt nicht betreten. Wir kochen noch und gehen spät ins Bett.

Tag 9

Nach dem Frühstück drehen wir nochmal eine längere Runde. Zuerst zu den verrosteten Loren und dann durch die Dünen zum Kletterbaum und zum Strand und entdecken Millionen frisch gestrandeter Segelquallen. Man riecht sie bevor man sie sieht. Wir entscheiden beim Losfahren dann spontan nicht den Weg nach Norden durch die Furten zu nehmen, da der viele Regen einiges hingeschwemmt hat und Simon nach einer Barfußquerung meint der Sand sei zu weich. Also nochmal vorbei an der Geister-Minen-Stadt mit Fotopause, bevor es zum Großeinkauf nach Guspinni und anschließender Mittagspause im Schatten eines Olivenbaums geht.

Dann wollen wir weiter bis Bosa und zu dem schönen wilden Platz nördlich davon, wo wir während der Elternzeitreise zwei Tage gestanden sind. Vorher haben wir den Kids aber ein Eis in Bosa versprochen und fahren in die Marina und essen dort eins am Hafen. Dann geht es weiter und leider stellen wir fest, dass das Gatter zum Platz runter zu ist und wir unseren Platz nicht anfahren können, wo wir gerne wieder zwei Tage geblieben wären. Die Stimmung droht zu kippen und ein neuer Plan muss schnell her. Es ist 19 Uhr und wir fahren zurück nach Bosa, aber nicht auf den Parkplatz im Zentrum, wo wir auch schon mehrfach standen, sondern wieder in die Marina und parken direkt beim Torre, zu dem wir noch vorlaufen und auf den Lavafelsen den Sonnenuntergang anschauen. Wir kochen sehr spät und es wird 10 bis alle im Bett sind und schlafen 🙈

Tag 10

Die Nacht war solala, es waren doch sehr viele maunzende Katzen unterwegs und auch das ein oder andere Auto schreckte uns aus dem Schlaf hoch. Dafür ist der Morgen sonnig und nach dem ersten Kaffee geht’s schon vor zum Torre zum Kraxeln und Erkunden.

Um ein Cornetto zum Frühstück zu kriegen, parken wir nach Bosa Stadt um, fahren aber erst noch den Camperservice an der Waschanlage an. Während Simon für 10€ VE macht, sause ich zum Eurospin nebenan und besorge ein paar Dinge, die wir am Vortag vergessen hatten. Dann parken wir auf dem Platz, auf dem wir schon öfters standen und laufen über die Brücke in die Stadt und suchen umständlich ein Café aus, das dann natürlich leider keine Cornettos mehr hatte. Oh no. Dafür gabs frischgepressten Orangensaft für die Kids und das Versprechen, dass es danach nochmal ein Eis gibt. Stimmung gerettet. Wir kaufen ein paar Postkarten, dann das Eis und Simon trinkt derweilen noch einen zweiten Cappuccino. Endlich sind alle zufrieden und wir laufen drauf los, wieder kreuz und quer durch die bunten Gassen und erkunden Bosa.

Um kurz nach zwei haben wir uns ein Mittagessen verdient und setzen uns in eine Pizzeria. Der Service ist nett und das Essen lecker. Nur beim  Bezahlen mache ich einen Anfängerfehler und achte nicht genau auf die Rechnung, auf der schon 4*3€ Gedeck berechnet wurden und gebe nochmal 5€ Trinkgeld 😵‍💫 naja, was soll’s. Es ist fast vier Uhr nachmittags als wir in Bosa aufbrechen und uns auf den Weg zur Ostküste machen.

Im Wanderführer entdecke ich eine kleine Tour zu einem Brunnenheiligtum, die spannend klingt und gefühlt nicht zu weit von der Route abweicht. Das war ein Trugschluss. Als wir abbiegen, zeigt das Navi noch 35 Minuten an, aber die Straße ist schmal und sehr kurvig. Es geht bergauf durch unbebaute Korkeichenwälder bis wir in dem Städtchen Orune auf eine Baustelle an einer Schlüsselstelle stoßen und nicht weiter kommen. Ein Versuch durch den Ort zu fahren kostet sicher ein paar Jahre Lebenszeit, da es Rückwärtsfahren und Wenden mit schlechter Handbremse am Hang mit 10cm Platz zur Hauswand involviert. Du liebe Güte. Irgendwann lassen uns die Bauarbeiter freundlicherweise doch vorbei und räumen ein paar Hindernisse zur Seite und wir können nach Su Tempiesu abzweigen. 5km einspurige Kurvenstrasse liegen vor uns und wir kommen um 18 Uhr an, fertig mit den Nerven von der Straße. Puh.

Der Parkplatz ist ein Traum und die beiden, die für die Tickets für das Brunnenheiligtum verantwortlich sind, sind soo nett und die Frau kann sehr gut Englisch. Wir dürfen oben am schöneren Parkplatz übernachten und wollen am Abend noch die Tour zum Brunnenheiligtum gehen. Eine schöne Runde, bei der es 130 Höhenmeter runter geht und dann wieder hoch. Das Brunnenheiligtum finden alle spannend, vor allem die Schätze, die dort wohl in einem Schacht gefunden wurden. Trinken kann man das Wasser zur Zeit nicht, weil ganz viele Kaulquappen drinnen schwimmen 😅

Wir packen nochmal die Drohne aus, kochen und es wird wieder ziemlich spät, bis wir ins Bett kommen. Die Nacht ist nicht so erholsam, weil der Hund die ganze Zeit bellt und uns immer wieder aus dem Schlaf reißt. Außerdem missfällt uns der Gedanke, diese winzige Straße bis Orune am nächsten Morgen wieder zurückzufahren…

Tag 11

Wir stellen den Wecker auf 7 Uhr und sind pünktlich zum wunderschönen Sonnenaufgang wach, weil wir die Piste bis zum Städtchen möglichst ohne Gegenverkehr fahren wollen. Klappt zum Glück. Oben am großen Parkplatz vor dem Friedhof hat man eine super Aussicht und wir frühstücken erst mal in Ruhe. Die Weiterfahrt ist dann aber erst mal vom Wohlwollen der Bauarbeiter abhängig, da die Straße an der selben Stelle wieder komplett gesperrt ist eigentlich. Nach kurzer Wartezeit rutschen sie die Bauzäune zur Seite und wir können passieren.

Dann geht es weiter Richtung Ostküste und wir biegen spontan in Santa Lucia ab weil wir nicht ganz in der prallen Sonne stehen wollen sondern unter Pinien. Der Campingplatz hat leider zu aber wir finden einen schönen Spot direkt am Meer wo wir die Mittagszeit verbringen und mit Baumkraxeln, Krabben fangen und Müll einsammeln bis in den Nachmittag bleiben.

Schlafen wollen wir hier aber nicht, sondern entscheiden uns doch noch 20 Minuten weiter bis Berchida zu fahren. Dort war es einfach so schön. Als wir ankommen schlafen die Kids und Simon und ich gönnen uns ein Bierchen auf der Couch mit Blick aufs Meer. Die ersten zehn Minuten Urlaub im Urlaub. 😉

Erst um halb 6 gehen wir alle nochmal runter zum Strand. Simon geht seine erste Runde im Meer schwimmen und wir anderen buddeln und spielen im Sand. Wir kochen und essen wieder spät und erst um 10 schlafen alle, es wird eine gute Nacht.

Tag 12

Da wir erst abends wieder in Golfo Aranci sein müssen, verbringen wir noch halben Tag am Strand, da dieses Mal viel weniger Wellen sind, als beim ersten Besuch und das Wasser herrlichst türkis ist.

Am Nachmittag brechen wir dann auf Richtung Olbia, mit genügend Zeit um nochmal fürs Abendessen und die Rückreise einzukaufen und kommen ganz zeitig an der Fähre an, wo wir nochmal unsere neuen Bekannten vom Coccorocci Camping treffen und mit ihnen dann auch auf der Fähre noch gemeinsam den Abend verbringen und ratschen, während die Kids im Kinderparadies rumtoben.

Tag 13

Am Morgen rollen wir um circa halb 8 von der Fähre und beginnen die lange Heimreise. In Affi machen wir einen längeren Stop auf demselben Parkplatz wie bei der Hinreise und lassen uns die Sandwiches in der kleinen Bar neben dem schönen Park schmecken. Dann geht es weiter und wir powern durch bis abends und kommen um halb 8 Uhr abends zu Hause an.

Es war ein sehr schöner Sardinienurlaub, auch wenn wir leider nicht wirklich wandern waren, wie wir es ursprünglich vorgehabt hatten. Wir haben viele tolle neue Orte entdeckt und auch einige Favoriten wieder besucht. Und wir sind uns jetzt schon relativ sicher, dass wir in den nächsten Osterferien, die 2025 in Bayern ziemlich spät sind, wieder hinfahren wollen. Wer kommt mit? 😉

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