Teil 5 : Glaskogen Naturreservat

Nach unserem letzten Blogupload fuhren wir von Karlstad aus weiter gen Westen, um zum Glaskogen Naturreservat zu kommen. Über dieses hatte Simon vor einiger Zeit einen Beitrag auf Youtube gesehen, woraufhin er sich übrigens auch für das neue Schlauchboot interessierte. In dem Naturreservat gibt es einen wohl recht bekannten oder zumindest beliebten Natur Campingplatz in Lenungshammer, den wir nach den Freistehnächten zuvor ansteuerten. Leider bekamen wir aber an dem Tag tatsächlich keinen Platz mehr, konnten aber für den nächsten einen richtig tollen reservieren, aber auch nur für eine Nacht. Immerhin wir konnten schonmal das Wasser auffüllen und Abwasser loswerden und suchten uns dann einen Freistehplatz. Nach einer ziemlich ruckeligen Schotterstraßenfahrt, bei der wir ordentlich durchgeschüttelt wurden, fanden wir nach dem üblichen kurzen Hin- und Her einen richtig coolen Platz mit Feuerstelle und Blick auf den See.

Simon konnte es gar nicht erwarten zumindest ein kleines Lagerfeuer mit Johannes anzumachen. Gesagt, getan. Das Vergnügen war aber eher kurz, weil es bald anfing zu regnen, aber nicht schlimm.

Die Nacht war gut und am nächsten Morgen sind wir noch ein bisschen auf den kleinen umliegenden Wegen herumspaziert, bevor wir zum Campingplatz zurück fuhren.

Offizielle Check-in Zeit ist erst um 15 Uhr, aber wenn der Platz schon frei ist, darf man reinfahren. Bei uns war es 13 Uhr und der Platz war echt top! Kein Strom, aber umgeben von Heidelbeeren und Blick auf den See. Die Wasserpumpe war auch gleich nebenan. Ich konnte Johannes erfolgreich hach hinten umbetten und wir hatten tatsächlich ein kleines Ruhepäuschen, um anzukommen.

Tisch, Markise und das Spielzeug wurde ausgepackt und kurz vor einem Schauer noch das Boot aufgepumpt. Dieses Mal haben wir gestoppt und Simon hat es in 6:40 Minuten geschafft. Das ist mal ne tolle Zeit! Gefahren wurde aber erst später.

Nach dem Regenschauer fand Johannes die Spielzeugautos des Sohns unserer Platznachbarn interessanter und so kamen wir schnell ins Gespräch. Ich finde es immer total spannend zu hören, wohin andere Familien schon zusammen gereist sind und dieser höhergelegte, selbstausgebaute Allrad-T4 mit Dachaufbau war unter anderem schon zweimal auf Island unterwegs. Das wäre ja von uns auch ein Träumchen… Johannes war mit seinem neuen Freund auf jeden Fall total happy und gut beschäftigt. Fremde Spielsachen sind sowieso die besten.Dann durfte er aber mit Papa eine erste Runde im Kayak mitfahren. Das wäre allerdings fast gleich noch vor Beginn gescheitert, weil Johannes nicht darauf erpicht war, die Schwimmweste anzuziehen… Dann ging es aber doch zumindest einmal am Ufer entlang bis zum Womo und wieder zurück. Genug Zeit für Mama, sich zum Schwimmen fertig zu machen und sich ein wenig zu erfrischen.

Und weil der See so schön ruhig war, bin ich dann auch noch zum ersten Mal aufs Wasser raus und muss sagen, das hat schon was. Diese Ruhe! 😉

Währenddessen haben Simon und Johannes angefangen zu kochen. Köttbullar mit Gemüse. Die fertigen Köttbullar hier sind ja soviel besser als die von Ikea… Johannes konnte sich aber nicht lange am Tisch halten, dann wollte er schon wieder mit seinem neuen Freund spielen und irgendwann haben sie dann nur noch Blaubeeren gesammelt und gegessen, so süß! Und die Eltern konnten sich sehr nett unterhalten. Das ist wirklich ein großer Vorteil, wenn man mal am Campingplatz steht!

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich auch nochmal aufs Wasser, aber vor lauter Ratschen und Spielen kam es anders. Wir haben uns total gefreut, als unsere Nachbarn uns gefragt haben, ob wir Lust hätten, mit ihnen noch eine Nacht im Glaskogen frei zu stehen. Der Platz, an dem sie vorher gestanden hatten, wäre groß genug für zwei Womos und sah wirklich Hammer aus! Und das schlecht angekündigte Wetter war noch nirgendwo zu sehen. Auf geht’s!Also alles eingepackt, Boot nur einigermaßen zusammengelegt, da wir es nochmal nutzen wollten, Wasser wieder aufgefüllt und Klo ausgeleert und ausgecheckt. Mittlerweile hatten wir mitgekriegt, dass man sich für ca. 6€ p.P/Tag die Glaskogskortet erwerben kann, mit der man die Rastplätze, Wanderwege, Feuerstellen inkl. Feuerholz und Trockentoiletten benutzen kann. Ein Freisteh-Freifahrtsschein also irgendwie. Wunderbar.

Natürlich wollte es der Zufall, dass der wunderschöne Platz schon belegt war und Ersatz gefunden werden musste. Allerdings dauerte dies nicht lange und so standen wir bald an einer richtig coolen Stelle am See, der da so flach reinging, dass dies für unsere Jungs total ungefährlich zum Planschen und Spielen war. Und eine Feuerstelle gab es auch. Das Boot war gleich wieder einsatzfähig, aber zu allererst wurden wir zu sehr leckeren selbstgemachten „dropped scones“ zum späten Mittagessen eingeladen. Yummie!

Es war für uns eine ganz neue und total schöne Erfahrung, mal nicht alleine Freizustehen. Da der Platz eine Kanuanlegestelle ist, kamen noch drei Mittzwanziger Pärchen vorbei, um ihre ausgeliehenen Kanus nach 5km Fußmarsch wieder zu Wasser zu lassen. Auch cool eigentlich so eine Kanutour mit Wandereinlagen. Und nein, die Teile werden dann auf so einer zusammenklappbaren Achse gerollt, nicht komplett allein getragen. Da der Nachbar auch eine Drohne hat, sind wir noch eine Runde geflogen, aber irgendwie habe ich gar nicht so die Muse zur Zeit. Müsste die Einstellungen auf dem neuen Handy noch anpassen usw. Trotzdem ist die Natur von oben aber auch sehr spannend! (Die ersten drei Fotos sind von Thilo, die unteren wieder von mir.)

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Abends gab es bei allen Nudeln und das gesammelte Holz reichte ziemlich lange für das Feuer. Auch, nachdem die Jungs schon im Bett waren saßen wir noch länger draußen. Mit Mücken ist es auch bisher gar nicht so wild, nur die Bremsen verderben mir tagsüber die Laune… Mistviecher… Über Nacht kommt dann der lang angekündigte Regen und der Morgen ist nass und ein bisschen kühler.

Gummistiefelwetter und alle frühstücken drinnen. Nachdem wir weiter in den Norden und die anderen an die Westküste weiterwollen verabschieden wir uns herzlich und bekommen sogar noch eine Einladung zur Übernachtungsmöglichkeit im Garten, falls wir auf unserer Rückfahrt den Landweg über Malmö und Dänemark wählen und somit die Hamburger Gegend durchqueren. Sehr cool! Die Jungs sind natürlich besonders traurig und Johannes fragt noch oft nach seinem neuen Freund. Da das Wetter tatsächlich schlechter war, fuhren wir zurück zu dem riesigen Einkaufszentrum nach Karlstad. Unsere weitere Route gen Norden begann ohnehin wieder etwas mehr im Osten.

Da Johannes schlief, machte ich einen Lebensmittel Großeinkauf bei coop. Und da wir schon seit längerem andere (sauberere und nicht so leicht dreckig werdende) Teppiche und außerdem noch zwei Zusatzdecken für die kälteren Tage im Norden haben wollten, fuhren wir noch nach nebenan zu Ikea, der hier wie das Einkaufszentrum auch am Sonntag auf hat. Der Einkauf dort war aber mit einem ziemlich überdrehten Johannes kein großer Spaß, aber hilft ja nichts. Wenigstens konnte er sich etwas austoben und die Beinchen vertreten, bevor wir nochmal ein paar Kilometer schaffen wollten zu unserem nächsten Ziel, dem Hamra Nationalpark. Der kleinste Nationalpark in Schweden, der aber noch knapp 400 Kilometer und mindestens 4 Stunden Autofahrt entfernt lag…

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