… wollten wir nicht werden. Zur Zeit wimmelt es ja nur so von Kitesurfern auf Sardinien. Das liegt an dem starkem Wind, der besonders im Südwesten und Süden derzeit (Osterwochenende) sein Unwesen treibt. Mit Wind haben wir es ja gar nicht so… zumindest, bis wir selber vielleicht irgendwann oben erwähnte Sportart erlernen. Deswegen behalten wir stets die Windy App im Auge und fahren dahin, wo es angenehmer ist. Die letzten Tage war das im „mittleren“ Osten der Fall.
Nachdem wir am Freitag mittags gemütlich aufgebrochen sind, peilen wir die Gegend ums Capo Ferrato an. Dort ist auch gerade ein Kollege von Simon und wir treffen uns kurz und tauschen uns aus. Bevor wir uns auf die Nachtplatzsuche begeben, tanken wir erst nochmal für 50€, da wir mit dem vielen Rumfahren doch einiges an Sprit verbrauchen. Für einen ersten potentiellen Platz sind wir aber doch zu lang und breit und um uns aus der Straße wieder rückwärts rauszunavigieren erfordert einiges Geschick.
Mit Hilfe der Park4Night App finden wir einen super Platz unter Pinien, ganz nah am Strand. Außer uns sind schon mehrere andere Womos da, stehen aber weiter weg. Der Platz ist super und wir gehen noch vor ans Meer. 



Am Morgen nach dem Frühstück geht Simon mit Johannes kurz zum Strand, bevor wir uns nach Bari Sado aufmachen, wo der nächste größere Supermarkt ist. 54km. Ich fliege eine kleine Drohnenrunde. 





Aber da zwei Feiertage bevorstehen, müssen die Vorräte nochmal aufgestockt werden. Dementsprechend voll ist es im Supermarkt und Johannes nicht in bester Einkaufslaune. Aber hilft ja nix. Ich entdecke bei Google Maps noch eine sehr gut bewertete Bäckerei und laufe fast dran vorbei, weil sie so unscheinbar ist. Es ist kurz vor 12 und die Auswahl ist nicht mehr sehr groß, aber ich kaufe das, was wie große Zucchini-Reiberdatschi aussieht (weil die beiden Damen vor mir jeweils 5 Stück kaufen – kann also nicht so übel sein) und die letzten zwei Stück Pizza. Außerdem Brot fürs Osterfrühstück. Dann noch schnell in die Apotheke und danach zur Bank und Bargeld holen, bevor ich wieder zu meinen Männern zurückkehre. Da der Hunger schon groß ist, essen wir direkt vor ort und die Datschis waren wirklich hervorragend.
Wir entschließen uns Richtung Berge aufzubrechen und können an einer Quelle an einem Park unseren fast leeren Wassertank mit bestem Quellwasser auffüllen. Der Park hat auch einen alten Spielplatz und wir machen eine längere Pause, damit Johannes etwas rumlaufen kann. 



Auf Park4Night finden wir einen Stellplatz an einem See, den wir anfahren. Am Straßenrand sind immer wieder so viele Kühe und Pferde, dass man ganz langsam und um jede Kurve vorsichtig fahren muss. Der Platz ist zwar neben der Straße, die ist aber nur eine Neben-neben-straße und ganz wenig befahren. 

Vorm Zubettgehen werfen wir noch Steine ins Wasser. In der Ferne hören wir den Kuckuck rufen und die Kuhglocken läuten. 
Der Ostersonntag beginnt mit einem schönen Osterfrühstück. Da alle Italiener diese riesigen Schokoeier kaufen, nehmen wir auch eins im Supermarkt mit. (Bereuen es dann aber später.) 


Simon fühlt sich zum Glück wieder fitter und wir wollen heute unsere erste Wanderung machen. Die Weiterfahrt zum Ausgangspunkt der Tour geht vorbei an vielen Pferden und Kühen und parallel zu einer stillgelegten (?) Bahnlinie. 



Nach einer kleinen Brotzeit gehen wir um kurz vor 1 los. Es ist bedeckt und ein bisschen windig, aber angenehm. Wie sooft schon hat der Rother Wanderführer nicht gelogen und es ist wirklich eine TopTour, auf der wir keine Menschenseele treffen. Dafür Kuhseelen, weil hier tatsächlich viele Knochen und auch Schädel rumliegen. 









Der Weg ist traumhaft und abwechslungsreich mit grandiosen Ausblicken. Für unsere Brotzeit finden wir eine umzäunte Oase mit einer Quelle, wo Johannes sich ausgiebig die Beine vertreten kann. Das Wasser zieht ihn natürlich magisch an. 








Gegen Ende der Tour (wir navigieren mit dem Rother GPS Track auf der OSmand App) wollen wir anders gehen, weil wir auf der App eine vermeintliche Abkürzung finden. Allerdings stellt sich heraus, dass der „ Weg“ wohl eher eine Grenzmarkierung ist und wir staksen ein bisschen weglos auf Kuhpfaden durchs Gelände, bis wir wieder auf den richtigen Weg kommen. Zeit, sich die Legende von der App mal anzuschauen, damit wir künftig Wege von Grenzen unterscheiden können… 










Gute 10km sind wir unterwegs, bis wir wieder am Bus ankommen. Eigentlich wollten wir noch weiter fahren zu einem Übernachtungsplatz, sind aber doch etwas müde schon und hatten an der Bergstraße beim Herfahren einen coolen Platz mit Blick auf den „Tafelberg“ entdeckt. 




Wir stellen das warme Wasser an und duschen sobald Johannes schläft. Eine Wohltat! Danach gibt es Abendessen.
Am Ostermontag fahren wir nach dem Frühstück nochmal an der Wasserquelle an dem Park vorbei und füllen gleich wieder die Vorräte auf, während Johannes schläft. Wir brauchen dringend eine V/E Station und finden im Womoführer einen Campingplatz südlich von Arbatax. Vorher machen wir noch einen kurzen Stop beim Bäcker und kaufen leckere Foccaccia und Croissants für die Mittagspause.
Am Campingplatz ist man soooo nett und hilfsbereit. Einen Müllbeutel wollen wir auch loswerden, aber der Mann macht ihn dann auf und trennt ihn. Dabei ist doch alles durcheinander. Biomüll, Windeln, Plastik… ohje. Ich will es selber machen, er muss ja schließlich nicht unseren Müll auseinandernehmen, aber er lässt sich nicht helfen. 5€ kostet das Entleeren und das ist wirklich günstig.
Wir fahren noch 100 Meter weiter vor ans Meer, das heute nicht lieblich türkis wie sonst ist, sondern tosend und grau mit teilweise hohen Wellen, die bis weit nach oben an den Strand rollen. Die Rocce Rossa werden vom Wasser durchgepeitscht. Wir machen einen kleinen Spaziergang und schauen dann vom Womo aus lange aufs Meer. 







Ein paar Sarden (auch mit Womo unterwegs) interessieren sich für unseren Kastenwagen, und auch wenn sie nur bruchstückhaft Englisch können, tauschen wir uns nett aus. Sie haben einen Hund und eine Katze dabei und Johannes ist entzückt.





Graue Wolken ziehen auf und es sieht nach Regen aus, als wir wieder aufbrechen in Richtung Berge, weil wir am Dienstag gerne in die Gorropuschlucht gehen möchten. Die Bergstraße ist zwar breit, aber relativ steil und kurvig. Wir bleiben ganz spontan an einem Platz neben der Straße stehen und genießen die Aussicht. Es ist zwar erst kurz vor 16 Uhr, aber wir beschließen zu bleiben. Eine gute Idee! 
Das Abendprogramm vor dem Womo ist besser als Fernsehen! Erst besucht uns ein einzelnes (etwas zu) neugieriges Wildschwein, das uns gar nicht mehr verlassen will und später an der Straße verweilt, wo sehr viele Autos stehen bleiben und es fotografieren. Später ziehen mehrere Kuhherden mit ganz jungen Kälbern vorbei und auch eine Muttersau mit zwei Ferkeln, sowie ein großer schwarzer Eber.






Johannes läuft viel draußen rum und es wird uns nicht langweilig. Nachts ziehen einige Regenschauer über uns hinweg und waschen den Sand und Staub (eher schlecht als recht) herunter. Ansonsten ist es ruhig, wobei Simon glaubt, dass sich in der Nacht ein Tier am Auto gerieben hat…
Am Dienstagmorgen lugt die Sonne kurz unter den Wolken hervor und nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Gorropuschlucht, von der wir doch noch weiter weg waren als gedacht (zumindest vom Ausgangspunkt der Wanderung). Aber dazu mehr im nächsten Blog: Gorropu Schlucht und mehr Meer