Ja, Sardinien. Schon wieder? Ja genau. Weil’s letztes Jahr so schön war an Pfingsten und die bayerischen Osterferien dieses Jahr so wunderbar spät sind, dass sicher alles grün ist und blüht. Außerdem ist die Fähre da noch viel billiger und überhaupt gibt es noch soviel auf der Insel zu entdecken.
Aber erst einmal galt es den Bus nach dem viermonatigen Winterschlaf wieder fit zu machen und für die kommenden Reisen zu optimieren. Eine neue Batterie musste her, da uns letztes Jahr trotz Solarpanel immer wieder der Saft ausging und der Kühlschrank dann nicht mehr funktioniert. Das muss ja nun wirklich nicht sein.
Außerdem haben wir hinten ein neues Fach eingebaut für den Bollerwagen, den wir statt des Kinderwagens mitnehmen wollen. Wegen Packmaß und Sandtauglichkeit vor allem. Einen neuen festen Mülleimer wollten wir auch installieren, aber der von Berger war eine Fehlkonstruktion und der von amazon dann doch zu sperrig. Also wieder die alten kleinen. Um die Markisen flexibler zu befestigen haben wir uns extra Multianker gekauft (so XXL Saugnäpfe eigentlich), aber ob sie was bringen, werden wir erst im nächsten Urlaub rausfinden, weil wir sie natürlich daheim vergessen haben… Die Mikrofaser-Magic-Silver Abtropfunterlage nebst zwei gleichartiger Schwämme funzt auf jeden Fall 1A und der neue 10€ Hocker als Einstieghilfe ist auch eine geniale Verbesserung und nicht mehr so wacklig wie der alte. Die neuen Sitzbezüge für die Vordersitze sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber passen sehr gut und sind wichtig, weil Johannes ja dauernd mit Schuhen auf die Sitze steigt und dann alles dreckig macht. Was total im Weg umgeht immer noch ist die Kraxe und die Ikea Spielmatte, von der wir nicht mal genau wissen, für was wir sie dabei haben. Immerhin ist sie leicht, aber halt so sperrig… Kraxe und Spielmatte befinden sich in einem Fach, das Simons Eltern als Hundebox unterm Bett dient und das wir eigentlich als Höhle für Johannes angedacht hätten, aber bisher wurde es als solche nicht genutzt. Kann ja noch kommen. Aber ich greife vor.
Das Packen hat natürlich wieder länger gedauert als gedacht, aber wir wollten eh erst Freitag abends losfahren, so dass Johannes dann schon müde ist und bald einschläft. Schließlich fährt er nicht immer gleich gerne Auto. Nach den Abstechern zu Rewe, Rossmann, Aldi und dann noch Wassertank auffüllen kommen wir wie gewünscht um kurz nach 18 Uhr los. Vorteil: es ist kein Verkehr mehr und wir kommen schnell voran und problemlos über den Brenner. Da ist es aber viel zu kalt um zu nächtigen, also fahren wir weiter bis kurz nach Bozen. Ein Kollege von Simon hat uns einen Stellplatz an den Montiggler Seen empfohlen. Als wir ankommen ist es dunkel aber am Morgen sehen wir, dass es ein sehr schöner Platz ist und absolut weiterempfehlenswert für die Durchreise. Die Nacht kostet ab 19-8 nichts und so zahlen wir gerade mal 1€, weil wir gleich morgens zu den Seen runterspazieren und uns freuen, wie weit fortgeschritten der Frühling hier schon ist. 





Ein weiteres Upgrade am Morgen sind die Ostersticker an den Fenstern für Johannes. 
Bis Livorno und zur Fähre ist es zwar noch ein weites Stück zu fahren, aber wir müssen erst um 19:30 da sein, weil die Fähre um 21:30 ablegt. Einige Pausen müssen wir unterwegs einlegen, weil Johannes dann doch nicht so gut am Stück ruhig sitzen kann, aber das ist ok.
In Livorno müssen wir auch noch unsere Lebensmittel einkaufen und finden durch Zufall einen riesigen Coop in einem vermutlich recht neuen Einkaufszentrum. Ein Lebensmittelparadies! Da gibt es fast zu viel Auswahl. Wahnsinn. Aber wir haben nur eine Stunde Zeit, bevor wir zum Hafen weiter müssen. Aber sonst wär das eh eskaliert. Salami, Schinken, Scarmoza, frisches Pesto, gegrillte Artischoken und Pulposalat sind nur ein paar der Leckerlis, die wir mitnehmen. Fürs Abendessen auf der Fähre nehmen wir ein frisches Stück Lasagne und gegrilltes Gemüse mit und für Johannes sowas wie Kroketten. Ich steh ein bisschen unter Strom, weil ich mir den ganzen Tag vorgenommen hatte die Sachen zusammenzupacken, die wir auf der Fähre brauchen, aber komme erst kurz vorher dazu. 
Immerhin mache ich noch das Flaschi für Johannes fertig und dieses Mal haben wir ja sowieso eine eigene Kabine mit Aussenfenster gebucht, das sollte die nächtliche Überfahrt etwas entspannen. Zu meiner großen Freude und Entzückung hat die Kabine sogar ein eigenes Bad mit Klo und Dusche und Handtüchern! Ansonsten ist alles super sauber und ich bin begeistert und gehe gleich duschen, noch lange bevor wir ablegen. 

Die Nacht wird leider ziemlich schlaflos, zumindest für mich, weil das Bett einfach viel zu schmal ist für mich und Johannes und ich dauernd aufpassen muss, nicht von der Bettkante zu fallen. Außerdem ist es warm und stickig. Und leider, leider ist Simon jetzt doch auch noch so richtig krank geworden, pünktlich zu Ferienbeginn und niest die ganze Zeit. Der Arme! Aber kein Wunder, waren Johannes und ich doch die Woche davor ziemlich erkältet. Gut, dass ich in der Apotheke noch diverses mitgenommen hab gegen Halsweh und Husten usw. Aber ein paar Tage wird uns die Erkältung schon noch fest im Griff haben leider…
Um 6 Uhr morgens kommt die Durchsage, die uns darauf hinweist, die Kabinen bald zu räumen, weil wir bald anlegen. Man sieht die Sonne auch langsam aufgehen und es ist eine wunderschöne Stimmung draußen. Schnell alles wieder einpacken und schonmal in Richtung der richtigen Treppe gehen. 

Um halb 8 morgens fahren wir dann in Olbia von der Fähre und erst mal zur Tankstelle. Das tut bei den Spritpreisen von 1,46€ für den Liter Diesel zwar ein bisschen weh, aber wenn man die Preise auf der italienischen Autobahn gesehen hat, ist es nur halb so schlimm.
Als erstes fahren wir einen unserer liebsten Stellplätze aus dem Vorjahr an, der sich eben weit im Norden befindet und in einer guten Autostunde zu erreichen ist. Johannes schläft kurz vor Ankunft ein und wir nutzen die Gunst der Stunde und legen uns selber auch nochmal hin und ruhen uns ein wenig aus. Schlafen kann ich zwar nicht, weil es so windig ist, aber immerhin fühle ich mich danach nicht mehr ganz so gerädert. Es ist viertel nach 10 als wir uns endlich den ersten Kaffee kochen und lecker frühstücken. Der Platz ist viel voller mit Wohnmobilen als im letzten Jahr, aber der Wind und die daraus resultierenden hohen Wellen scheinen viele Kite- und Windsurfer anzulocken. Wir sind uns erst gar nicht sicher, ob wir überhaupt vor die Womotür gehen wollen, aber machen es dann doch. Die Mittagsblumen sind einfach viel zu prächtig, um nicht fotografiert zu werden. Und ein bisschen am Strand rumlaufen und Meeresluft schnuppern hat auch noch niemandem geschadet. 









Nach fünf Stunden beschließen wir aber doch, dass wir hier nicht übernachten werden und fahren los in die Berge. Simon hat da im Internet einen Stellplatz via Google Maps ausgekundschaftet, den wir anfahren. Die Straße ist steil und sehr kurvig, aber sowas hält uns selten auf. 



Ganz oben befindet sich ein Militärgelände mit vielen großen Antennen, aber wir bleiben etwas weiter unten auf einem schönen gepflasterten Platz neben einem Wäldchen und Spielplatz stehen. Johannes findet die tiefen Pfützen besonders spannend und ich tue mein Möglichstes, dass er nicht bis obenhin nass wird, als wir Pinienzapfen hineinwerfen. 


Abends wird es richtig kühl und auch am Morgen hängt der Nebel noch in den Bäumen. 

Wir beschließen spontan so weit es geht in den Süden zu fahren, wo es die nächsten Tage doch ein paar Grad wärmer werden soll. Da die Bergstraße (unterhalb der Serpentinen) wenig befahren ist, wird es Zeit für mich meine ersten Kilometer selber hinter dem Lenkrad zu fahren. Uff. Gar nicht so einfach mit dem langen Radstand… und mir fehlt einfach wirklich die Fahrpraxis…Einfacher wird es dann auf den breiteren Inlandsautobahnen. Aber es ist einfach wichtig, dass ich auch mit dem großen Auto fahren kann. 
Zwischendurch gehen wir nochmal kurz einkaufen (Wasser und Essig und Öl) und machen Mittagspause und kommen dann so gegen 15 Uhr an unserem Stellplatz für die Nacht an. Cap Pecora. Hat Simon auch über Streetview gefunden. Wir sind das erste Womo und ergattern den Premiumplatz direkt neben der Wiese. Da kann Johannes wunderbar rumwuseln und das macht er auch. 



Der Bollerwagen wird auch das erste Mal ausgefahren und kommt gut an. Auf den Felsen tragen wir ihn dann aber doch lieber rum, aber das selber kraxeln an ungefährlichen Stellen taugt ihm voll. 




Beim Fangsti Spielen um das Womo rum mit Papa powert Johannes sich total aus und geht um kurz vor 7 ins Bett.



Wir genießen noch die Ruhe und essen und ich lasse zum ersten Mal das Dröhnchen kurz aufsteigen. Bin total aus der Übung. 


Was für ein toller Platz!
Hier geht’s zum 2. Teil: Traumstrand-Hopping