Der November neigt sich dem Ende zu und damit auch für uns die Chance, mit unserem Womo nochmal wegzufahren. Unser Saisonkennzeichen gilt schließlich nur von April bis November. Außerdem ist es doch schon etwas kühl draußen und bisher haben wir das damit einhergehende Problem des automatischen Wassertank-Ablassens bei unter 8 Grad noch nicht ganz gelöst. Aber der Reihe nach.
In den Herbstferien sind wir zwar mit dem Bus in den Bayerischen Wald gefahren, aber haben dann doch lieber im Haus bei meiner Mama übernachtet. Deswegen gab es da gar keinen Blogeintrag. Wo ich jetzt aber drüber nachdenke, könnte ich noch einen kleinen machen mit den vielen Wanderungen, die wir dort in der Gegend gemacht haben. Vielleicht interessiert es ja jemanden. Auf instagram habe ich auf jeden Fall einige Stories dazu gepostet. Aber ich schweife schon wieder ab…
Jedenfalls war jetzt für das vergangene Wochenende wieder relativ schönes Wetter angesagt, wenn auch bei recht kühlen Temperaturen. Dennoch wollte dieses Mal ich unbedingt ein letzten Mal dieses Jahr wegfahren. Wieder war es die Aussicht auf das Zusammenpacken und Einräumen, was uns die Motivation anfänglich trübte. Nur das Allernötigste!! Deswegen haben wir auch alles erst ins Auto und dann in den Bus. Dann konnte sowieso nicht soviel mit. Kinderwagen und Kraxe hinten im Kofferraum und voll ist der Fordi. Da wir vormittags gemütlich unterwegs waren und auch noch Besuch hatten, war es dann schon kurz vor 15 Uhr, bis wir wirklich von der Tankstelle (gruselig da zur Zeit!) losfuhren.
Ein kleiner Wettlauf mit der Sonne begann, da ich unbedingt noch bevor es finster wird unser neues Spielzeug am See ausprobieren wollte. Wir haben uns nämlich doch noch ein Dröhnchen zugelegt, das ich in meiner Fotocommunity fast neu zu einem sinnvollen Preis ergattern konnte. Eine DJi Mavic Pro! Jippieh! Wir sind aber noch totale Flug-Anfänger. Als wir ankommen ist die Sonne zwar schon weg, aber Johannes schläft noch brav im Bus weiter. Wir parken da, wo wir beim letzten Mal übernachtet haben, direkt unten am See.
Es ist zapfig kalt! Trotzdem steht ein Radfahrer mit kurzer Hose am Ufer und ich erkenne an seiner Haltung schon von hinten, dass er auch gerade eine Drohne steuert. Wir ratschen ein bisschen und er gibt uns ein paar Tipps. Vor allem, dass das iphone ja bei der Kälte gerne mal einfach ausgeht und man die Drohne dann auf Sicht steuern muss. Also nicht zuweit wegfliegen!





Oh wie fein! Das macht Spaß! Und die Farben sehen von oben halt nochmal viel toller aus! Aber Handschuhe werden wir bei den Temperaturen in Zukunft brauchen. Die Finger frieren beim Fliegen viel zu schnell ein. Einen Akku (von 3, die wir dabei haben) verfliegen wir, dann wird es uns zu kalt und zu dunkel und wir fahren auf den Nachtparkplatz nebenan in Fall, wo außer uns maximal 7-8 andere Wohnmobile stehen. Die Parkuhr ist schon abgebaut, also nächtigen wir gratis. Und dabei gibt es sogar eine beheizte, saubere Toilette! Praktisch, da wir ja den Wassertank gar nicht erst vollgemacht haben, weil er ja schon unter der Fahrt alles ablassen würde. Frostschutzwächter… Wir haben drei große 1,5l Flaschen Wasser dabei zum Abspülen und Zähneputzen. Muss reichen.
Da Johannes die ganze Fahrt und dann noch gut 20 Minuten Drohnenflugzeit geschlafen hat, ist er natürlich um 17 Uhr abends topfit. Im Womo. Auf engstem Raum. Bei bisherigen Urlauben konnte er ja noch nicht laufen, aber jetzt ist er höchst aktiv und mobil. Und der Abend war noch lang. Owei. Nachdem wir Brotzeit gemacht hatten (ohne Tisch – den hatten wir kurzerhand wieder abgebaut, um ein bisschen mehr Platz für Johannes zu machen), versuchten wir es mit Bücher anschauen.

Aber so leicht ist Johannes nicht müde zu kriegen und deswegen (und nachdem er sich ein paar Mal den Kopf angehauen hat oder mal wieder das Display vorne einzudreschen drohte) haben wir ihn und uns dann doch nochmal warm angezogen und sind im stockfinstern mit den Handytaschenlampen durchs menschenleere Fall spaziert. Die Straßen waren perfekt eben und Johannes ist flink wie ein Wiesel in der Gegend rumgelaufen, soviel wie noch nie bisher! Und er hatte sichtlich Spaß!
Wir haben dann sogar noch ein paar nette Leute kennengelernt, die gerade beim Möbel reintragen waren und die einen Sohn hatten, der nur ein halbes Jahr älter war als Johannes. Unser Zwergi ist spontan einfach in die offene Wohnzimmertür rein und hat dessen Spielzeug ausprobiert. Dem Florian war das alles nur mäßig geheuer. Wir Erwachsenen hatten viel zum Lachen. Dann wurde es uns aber doch zu kalt und wir sind wieder „nach Hause“ in den fein beheizten Bus. Erfreulicherweise war Johannes tatsächlich bald müde und wir alle um 9 im Bett. Die Nacht war eine der ruhigsten und besten bisher! Die Heizung ließen wir auf 3 durchlaufen.

Um kurz vor 7 waren wir dann alle wach und nach dem Frühstück ging es warm eingepackt (bei minus 4 Grad ! Bin ich froh, dass ich meine Thermo-Wanderhose eingepackt habe) mit den Kinderwagen direkt vom Auto aus los in eine Richtung, die wir bisher noch nicht erkundet hatten. Fast schon hätte ich die Spiegelreflex im Bus gelassen, weil eh nur noch ein Strich Akku übrig war, aber da hätte ich mich dann geärgert! Das iphone war zu 75% geladen und wir hatten noch 2 volle Drohnenakkus dabei. Die für Autos gesperrte Straße ging durch herrlich gefrorenen Wald unweit des Seeufers entlang.

Dank Simons Handy-Karte fanden wir einen Abzweig, der uns an eine Wiese zum See führte und wir konnten unser Glück kaum fassen! Die Sonne war noch nicht hinterm Berg hervorgekommen und der Nebel hing in den Bäumen. Über dem See tanzten kleine Nebelschwaden und die Wiese war weiß gefroren mit Rauhreif! Wow!!!
Johannes war mittlerweile eingeschlafen und im Lammfellsack auch warm verstaut, so dass wir (zu) viele Fotos machen konnten. Und trotz eisiger Kälte haben wir auch das Dröhnchen ein Weilchen aufsteigen lassen.




Die Sonne war mittlerweile hinter dem Berg aufgetaucht und nachdem der iphone Akku seinen Geist aufgegeben hatte, haben wir wieder auf herkömmliche Weise weiterfotografiert. Simon macht mittlerweile oft bessere Fotos als ich. Schlimm! 😉 Aber sein HTC U11 macht auch wirklich super Aufnahmen und ich überlege, ob ich nach vielen Jahren iphone doch umsteige…


Ich hatte nur mein 35mm Objektiv dabei und auch keinen Ersatzakku. 
Als wir weiterwageln wollen, wird Johannes wach und will dann doch auch erst mal den See erkunden. Da ich seine Handschuhe vergessen habe, müssen die zu großen Stoppersocken herhalten. 😉

Das Wasser übt eine magische Anziehungskraft aus und wir müssen flink sein, damit er nicht gleich reinläuft. Aber Steine reinwerfen mit dem Papa ist auch eine gute Alternative. Als er selber die ersten Steinchen aufhebt und reinwirft, ist der Papa ganz stolz! 






Auf den Kinderwagen hat er dann erst Mal keine Lust mehr, schließlich hat er ausgeschlafen. Also geht es Huckepack mit dem Papa!
Und eigentlich wären wir dann zurück zum Womo, aber Johannes wollte weiter in die andere Richtung. Keine Chance für uns. 
Unser Glück! Sonst wären wir wohl nie bis zu der Brücke gelaufen. Die Strecke dahin ist ja so schön! Und Johannes hat es sich dann nach langem selber laufen und Wagen schieben auch wieder im Lammfellsack gemütlich gemacht. 
Bis wir zurück am Womo sind, schläft Johannes schon wieder tief und fest und wir lassen ihn erst Mal ein bisschen draußen weiterschlafen und nutzen die Gunst der Stunde, um eine kleine Mittagsbrotzeit zu machen.
Dann packen wir ihn schlafenderweise schnell in seinen Kindersitz und fahren nach Hause. Er ist zwar die ganze Fahrt über wach, aber erfreulicherweise gut gelaunt. So ein schöner Womo-Saisonabschluss!!
Wir freuen uns schon total aufs nächste Jahr, für das wir schon viele Pläne haben. Wie das mit Johannes wird, wenn er ein bisschen älter ist, wird spannend! Am kommenden Freitag wird er aber erst mal 1.
Was ein toller See und wirklich schöne Bilder. Da wird man gleich neidisch!
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