Ausflug ins Berchtesgadener Land (Teil 1: Königssee)

Das Wetter fürs erste Oktoberwochenende war tatsächlich so gut angesagt, dass wir beschlossen, mal wieder einen Womo-Ausflug zu machen. Und da wir schon sooft am Walchensee waren, wollten wir mal wieder an den Königssee. Unser letzter Besuch war ziemlich genau vier Jahre her, als wir tatsächlich an einem Morgen von Salet aus am Obersee vorbei hinten die Steilwand hoch und zur Gotzenalm gewandert sind. Was für eine Tour! Derzeit aber nicht wiederholbar. Kraxe und kaputter Fuß vom Simon und so… aber ich schweife ab.

Da der Königssee ein bisschen weiter weg ist als der Walchensee, wollen wir schon am Freitag nachmittag losstarten. Simon hat leider noch eine unerwartete Konferenz und bis wir dann wieder Wasser aufgefüllt und alles drin haben und losfahren ist es auch schon wieder knapp 17:00 Uhr. Aber hilft nix.

Die Fahrt ist entspannt, Johannes auch. Draußen ist herrliches Licht als wir am Chiemsee vorbeifahren. Wir peilen einen Stellplatz aus der Park4Night App an, den Simon entdeckt hatte. Das Navi führt uns ein Stück über die Österreichische Autobahn und wir sind etwas unsicher, ob wir eine Vignette kaufen sollen oder nicht. Wir entscheiden uns dagegen. Gibt es da sowas wie eine Augen-zudrück-Zone im Grenzgebiet?

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir den Stellplatz und freuen uns wahnsinnig über unser Glück! Nur zwei andere Camper sind da und sonst nur Natur pur abseits der Straße!

Abendessen ist schnell gemacht und gegessen und Johannes muss dann auch schon ins Bett. Leider klappt das Einschlafen im Womo nicht so gut wie daheim, aber irgendwann schläft er dann doch. Wir heizen die Nacht über und sind gespannt, ob der Frostwächter uns das Wasser ablässt, aber wir haben Glück!

Obwohl ich morgens schon etwas hibbelig bin, weil ja Samstag ist und schönes Wetter und ich so ne Vorahnung habe, was die Menschenmassen am Königssee angeht, frühstücken wir erstmal gemütlich und trinken Kaffee mit Ausblick.

Weit ist es zum Glück nicht bis zum See runter, aber bei der engen kurvigen Straße freuen wir uns wieder über unseren „kleinen“ Kastenwagen. Kurz lässt uns eine angekündigte Höhenbeschränkung auf 2,9m etwas schwitzen und den Fahrzeugschein studieren, aber irgendwie war das Schild wohl für eine Abzweigung und wir atmen auf.

Wir parken für 5€ den ganzen Tag auf einem großen Schotterparkplatz hinter dem Schönauer McD, von wo aus man am Bach entlang vor über die Touri-Ramsch-Meile zum See laufen kann. Es ist mittlerweile kurz vor halb 10 und ich bin zugegebenermasen unentspannt, weil laut dem Fahrplan, den ich im Kopf hatte, bald das 3. Boot abfahren würde. Aber das stimmte nicht ganz. Als wir am Ticketschalter ankamen (ich bin schonmal vorausgeilt, weil Simon seine Sonnenbrille im Auto vergessen hatte und umgekehrt ist) war natürlich schon die Hölle los. Naaa toll. Drei lange Schlangen und dann hab ich auch noch die langsamste erwischt… Gefühlt sind mindestens ein Drittel der Besucher Asiaten. Zwei Tickets nach Salet hin und zurück kosten übrigens 37€ und man könnte in St. Bartholomä aussteigen, aber das lassen wir aus. Wir haben Glück und kommen gleich auf das nächste Boot. Diese fahren an diesem Tag übrigens im 15-20 Minutentakt, weil eben soviel los ist.

Ist schon herrlich der Königssee so im Herbst. Wird sicher in 1-2 Wochen noch bunter, aber wer weiß, wie dann das Wetter ist usw… Als wir losfahren, passiert uns genau das letzte Floß mit den Kühen vom Almabtrieb. Leider bin ich zu langsam und will die Dame neben mir am Fenster auch nicht erschrecken. Und leider kommt danach keine weitere Fotogelegenheit für dieses Motiv. Aber andere. Da in St. Bartholomä fast alle aussteigen, haben wir ab da einen Fensterplatz. Viel besser, findet auch Johannes. Dem fiel es davor nicht leicht, im vollbesetzten Boot in seiner Kraxe zu bleiben und irgendwann sind wir dann den engen Gang rauf und runter gekrabbelt und gelaufen.

Nach gut 50 Minuten erreichen wir Salet. Bis zum Obersee sind es noch 10 Minuten Fußmarsch und es ist schon einiges los. Gut, dass ich die große Spiegelreflex dabei habe, weil die hier Pflicht zu sein scheint. Wofür man aber einen Aufsteckblitz braucht, hab ich den alten Herren nicht gefragt…

Der Blick vom Ufer hier nach drüben zur Fischunkelalm ist schon klasse und man kann gar nicht anders, als die perfekte Spiegelung immer wieder zu fotografieren.

Entdeckt ihr auf dem unteren Bild Simon und Johannes? Wir machen uns auf zur Fischunkelalm aber immer wieder Fotostopps zwischendurch. Das Licht ist nicht ganz ideal, aber man nimmt, was man kriegt.

An der Alm gibts Brotzeit und für Simon ein Bier. Johannes kriegt seinen ersten Quetschie und ist begeistert und ich beschließe, für Ausflüge öfters welche zu kaufen. Geht viel leichter und schneller zu füttern!

Die Matschhose haben wir auch eingepackt und am See unten kramen wir sie raus. Matschsocken sind bestellt, aber an diesem Tag mussten es noch Behelfssocken sein. Enten waren auch viele am Ufer und Johannes wäre am liebsten mit ihnen im Wasser geschwommen.

Dass der Papa seine Schuhe auszieht, lädt zu Spielereien ein. Aber lieber da rein als in den Mund. Als wir den Rückweg antreten, ist deutlich mehr los.

Zeit für ein Nickerchen in der Kraxe. Und nochmal ein paar Fotos.

Gegen 14 Uhr geht wohl in Salet derzeit schon die Sonne hinterm Berg unter. Auf dem Wasser ist sie aber noch sehr präsent. Ab St. Bartholomä sitzen wir wieder im Heck und genießen die Sonne und den Ausblick.

Wieder am Ufer angekommen gönnen wir uns zwei leckere Kugeln Eis und machen uns im Womo noch einen Kaffee, weil wir doch etwas müde sind. Kurz hatten wir überlegt einen Campingplatz anzusteuern, aber der Stellplatz vom Vorabend war einfach so schön und die Alm dort hat samstags geöffnet, wir wollen dort Abendessen. Also nichts wie hoch, Kinderwagen raus und los.

Tja, warme Küche bis 16:00 Uhr steht auf dem Schild. Es ist jetzt 16:50… schade. Gut, dass wir noch Proviant dabei haben. Wir wageln noch ein wenig bis Johannes einschläft und genießen dann die Ruhe beim Kochen und den Ausblick.

Als es Essen gibt, wacht er natürlich auf.

Später gesellt sich noch ein VW Bus dazu, aber ansonsten keiner da. Umso besser. Wir gehen alle früh ins Bett. In der Nacht fängt es an zu regnen und auch am Morgen ist es noch nass und neblig. Wir wollen trotzdem zur Wimbachklamm fahren.

Hier gehts demnächst weiter zu Teil 2.

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