(4. und letzter Reisebericht aus der Schweiz vom 11.8. – 18.8. Vorsicht lang!)
Wie die Zeit vergeht! Das letzte Update ist ja schon wieder solange her. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, auf dem Campingplatz! Da waren wir ja zwei ganze Tage, das ist aber schnell erzählt: Wir haben gechillt, sind gewagelt, Johannes konnte viel krabbeln, hat Aprikosen gegessen und gebadet hat er auch. Und am Montag Vormittag haben wir wieder unser Zeug zusammengepackt, um weiterzufahren. Ja und dann war da noch die fliegende Kuh, die bestimmt ihren Rundflug beim Preisausschreiben gewonnen hat, meinte Simon. Hier ein paar Impressionen:








Noch schnell Wasser aufgefüllen, entsorgen und im Ort zum Bäcker und im Supermarkt einkaufen, während Johannes seinen Mittagsbrei kriegt. Die tollen uralten Holzhäuser in Ritzingen haben wir auch noch bestaunt, wenn auch nur aus dem Auto raus. 

Das Wetter war für nachmittags regnerisch angesagt, aber bisher hatten wir eh solches Glück, dass wir uns nicht beschweren können. Auf gehts also in Richtung Grimselpass durch eine schöne Ortschaft nach der nächsten.
Bevor wir zum Grimselpass hoch abbiegen, bestaunen wir in der Ferne den Furkapass mit dem Hotel Belvedere mitten am Berg, das wir uns für den nächsten Schweizurlaub aufheben. 



Oben am Pass ist die Sicht gleich null und wir überlegen, ob wir wirklich weiter hoch zum Oberaarsee fahren wollen. Lange haben wir aber nicht zum Überlegen Zeit, weil die Straße immer nur 10 Minuten zur vollen Stunde nach oben hin geöffnet ist. Wir entscheiden uns, hochzufahren und zahlen noch schnell die 5CHF Maut. Die Straße ist wirklich schmal und rechts geht es steil nach unten. Simon meint, er sei noch nie so eine krasse Straße gefahren, wo es so weit runter geht. Der Regen und Nebel machen es mystisch und wir fühlen uns wie in Norwegen. 


Oben angekommen stehen wir am See mit nur drei anderen Wohnmobilen und mehreren Autos und es regnet. Wir sind auf 2303m und machen erst mal ein Nickerchen im der Hoffnung, dass das Wetter danach besser wird. 



Wird es auch und gegen 16:00 Uhr brechen wir auf zur Wanderung am See entlang zum Oberaargletscher. Eine gute Stunde dauert es wohl, wenn man nicht dauernd stehen bleibt, um Fotos von der tollen Landschaft zu machen. Aber es geht nicht ohne, weil es hier so schön ist. Überall kleine Bäche, Felsen und Wollgras. Norwegenflair pur. 









Wir sind schon fast am Ziel, als es leider doch zu regnen anfängt. Gut, dass wir das Regencape für die Kraxe dabei haben! Schlecht, dass ich mich für eine Jeans entschieden hatte… Da wir so nah an der Eishöhle und am Gletscher sind, muss ich noch schnell so weit ich komme vorsprinten und ein paar Fotos machen, bevor wir umdrehen.









Dann muss ich aber doch zurück, weil es einfach zu nass wird und die Felsen ihren Grip verlieren. Wir beeilen uns ordentlich, aber meine Hose ist natürlich komplett nass und saukalt, als wir wieder am Parkplatz ankommen. Wir entscheiden uns dennoch hier oben zu nächtigen, da dieser Stellplatz doch etwas Besonderes ist. In der Nacht heizen wir aber ordentlich.
Der Dienstagmorgen startet wieder mit viel Nebel, jedoch ist es trocken. Wir frühstücken und müssen uns dann ein wenig beeilen, da immer um halb die Straße nach unten für 10 Minuten befahrbar ist. Um 9:30 starten wir und die Landschaft ist auch beim 2. Mal noch atemberaubend. 



Wir zahlen unten nochmal die 5CHF (weil wir ja übernachtet haben) und machen wieder einen kurzen Zwischenstop vorne am Grimselpass, wo ich auf ein Pass-Foto spekuliere, aber der Nebel wird eher noch dichter. Pech gehabt, ein ander Mal vielleicht.
Wir drehen um und fahren Richtung Sustenpass runter. Da die Wetterprognose noch immer schlecht ist, entscheiden wir uns spontan zu einem Besuch der Aareschlucht, die gar nicht weit entfernt liegt. Johannes kommt wieder in die Kraxe mit Regencape, ich nehme dieses Mal einen Schirm mit. Am Anfang ist die Schlucht mäßig spannend, weil sie noch sehr breit ist und nur die hohen Felswände beeindrucken. 


Ein bisschen später wird es dann aber doch sehr schmal und teilweise sind die Holzpfade an den Felsen grenzwertig eng und die Aare nimmt unter einem ordentlich an Fahrt auf. Auf 12km/h wird sie beschleunigt. Ist angeblich viel, aber da fehlen mir die Vergleichswerte. 





Nach 1,4km erreichen wir das andere Ende bzw den anderen Eingang und drehen um. Mittlerweile ist doch ein bisschen mehr los und wir gehen flott zurück.
Im Ort Innertkirchen unten gehen wir nochmal Obst, Gemüse und Milch einkaufen und machen eine Brei- und Brotzeitpause, bevor wir den Sustenpass hochfahren, der landschaftlich wirklich schön sein soll. Leider können wir das nur grob erahnen, da der Nebel uns die Sicht nicht freigibt. Eigentlich wollen wir hier oben übernachten, entscheiden uns aber doch nur für ein Nickerchen und fahren anschließend weiter Richtung Gotthardpass, wo es eine tolle Wanderung und super Freistehplätze geben soll. Die Wetterprognose für den nächsten Tag ist super. 



Da das Pässefahren auf den Tank geht, hilft es alles nichts und wir müssen vorher nochmal zähneknirschend ein paar Liter für 1,82CHF/L tanken. Aber es lohnt sich! An der alten Passstraße finden wir einen mega schönen Freistehplatz mit eigenem Blumengarten, wo wir uns ein Hasitaler Bierchen schmecken lassen und kochen, aber erst nachdem wir Johannes ins Bett gebracht haben. Eine Ovomaltine gibt es auch noch. Da wir auf gut 2000m stehen, heizen wir wieder. 

Am Mittwochmorgen ist Johannes leider schon um 6 wach und wir aber noch mega müde. Da wir eine längere Wanderung gehen wollen gibt es wieder Porridge und wir lassen uns Zeit, bis die Sonne richtig durchkommt. 


Bis dahin schläft der Zwerg auch nochmal ein gutes Stündchen. Dann fahren wir ein Stück höher zum Wanderparkplatz, der schon gut voll ist. Schließlich ist ja Feiertag und die „Fünf Seen über dem Gotthardpass“ Wanderung ist wohl ein Klassiker. Bis wir loskommen ist es kurz vor 11 Uhr und aber relativ frisch, trotz Sonne.
Die Tour ist wunderschön! Ein See schöner als der andere! Wahnsinn! Der höchste Punkt ist auf knapp 2500m und wir machen zwei echte Brotzeit und Brei-Pausen und natürlich X Fotostops: 





















Trotzdem schaffen wir die gut 600hm und knapp 12km in unter 4 Stunden und machen dann eine wohlverdiente lange Pause zurück am Womo. Es gibt Käsespätzle und Krautsalat und eine warme Dusche als Belohnung. Wir übernachten, wo wir schon stehen und zwei andere Camper leisten uns Gesellschaft. 
Am Donnerstag fahren wir nach dem Frühstück hoch zum Gotthardpass, wo am See die ganzen großen Womos stehen. Nein danke. Hier gefällt es uns nicht. Wir fahren gleich wieder zurück zur alten Passstraße, wo Johannes dann nochmal ein längeres Nickerchen macht und wir uns noch einen Kaffee kochen. Hier ist es so schön und wir müssen dringend wiederkommen! 
Aber erstmal überlegen wir, wo es jetzt weiter hingehen soll. Auf der Karte entdecken wir den Klöntaler See und finden ihn sogar im Womoführer. Wir geben die GPS Daten des Campingplatzes ins Navi ein und fahren los.
Ein Stück der Strecke geht entlang des Vierwaldstädter Sees und wir machen in Blatten nochmal einen Einkauf und Mittagspause, bevor es weiter geht. Der See sieht auch sehr schön aus, aber einen Parkplatz mit dem Womo dort zu finden ist sicher nicht einfach und wir lassen es.
Irgendwann während der Weiterfahrt bemerke ich, dass die Kilometerzahl verdächtig gering ist und überprüfe die Strecke auf der Karte. Das Navi möchte uns über den Pragelpass (1550m) schicken, der als weiße Straße („Fahrweg“) in der Karte eingezeichnet ist. Hmm. Da es nicht mehr weit ist, wollen wirs uns anschauen. Diverse Schilder mit Einschränkungen was Länge usw. angeht zu Beginn der Abzweigung bringen uns ins Grübeln. Die Alternative sind allerdings gut 100km Umweg. Ich frage im Restaurant nach, ob sie glauben, dass wir die Straße mit unserem Bus fahren können. Der Wirt meint hmm naja, wenn wir gut fahren können und notfalls rückwärts, dann gehts. Da direkt vor uns ein riesiger Traktor mit Anhänger hochfährt, hängen wir uns dran. Da weicht der Gegenverkehr gerne aus. 18km mit bis zu 18% Steigung lassen den Spritverbrauch auf jenseits der anzeigbaren 50l/100km hochschnellen, da wir viel im 1. Gang fahren müssen. Der Traktor lässt uns irgendwann vorbei, aber wir schaffen es trotzdem. Ausweichstellen gibt es viele und wir haben Glück mit dem Timing, da gerade alle schon oben beim Wandern sind und wir wenig Gegenverkehr haben. 






Als wir es endlich zum Klöntaler See schaffen, sieht der Campingplatz auf den ersten Blick sehr ernüchternd aus, weil er so voll ist. Aber bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass das meiste Dauercamper sind und doch nicht soviel los ist. Mit ein bisschen Glück bekommen wir sogar noch einen Platz an der Wiese am See, wie cool! Simon gönnt sich nach der anstrengenden Fahrt erst mal ein wohlverdientes kühles Bierchen. 
Wir fahren die Markise aus und tun die Stühle raus, ganz was Seltenes bei uns. Johannes freut sich übers Krabbeln und isst wieder mal Steine. Aber auch die erste Wassermelone. So eine Sauerei… Später wird noch geschaukelt. 






Es sind wirklich viele Kinder und Babys auf dem Campingplatz, das hatten wir bisher noch nicht diesen Urlaub. Wirklich ein sehr, sehr schöner Platz! Simon schwimmt auch eine Runde und weil der See recht flach ist, ist das Wasser angenehm warm. Insgesamt ist so ein Campingplatzleben aber schon was ganz anderes und (bisher) nicht wirklich unser Ding.
Am Freitagmorgen lassen wir es wieder gemütlich angehen. Wir frühstücken draußen und nach den üblichen Heidelbeeren hat Johannes diesmal Lust, ein Stück Bergkäse zu probieren. Wieso nicht. Schmeckt wohl auch. Danach hält er nochmal ein ausführliches Nickerchen, während Simon eine Runde baden geht und ich aufräume, schließlich müssen wir um 12 den Platz verlassen haben. Aber wir schaffen es prima und für mich ist auch noch eine Runde schwimmen drin. Wirklich herrlich das Wasser!
Wir füllen nach dem Bezahlen nochmal Wasser auf und Johannes bekommt seinen Mittagsbrei, bevor wir Richtung Heimat aufbrechen. Entlang des Klöntaler Sees machen wir noch ein paar Fotos von der tollen Farbe: 




Bis Andechs wollen wir es schaffen und abends noch schön in den Biergarten und auf dem Stellplatz übernachten. Laut Tankanzeige schaffen wir es gerade noch so nach Österreich, um mit vernünftigeren Dieselpreisen den von den Pässen sehr ausgedursteten Tank wieder voll zu machen.
Danach entscheiden wir uns für eine schöne Überlandstrecke, den Riedbergpass. Sieht auf der Karte gut aus und die Gegend um das kleine Walsertal und die Nagelfluhkette soll ja auch sehr schön sein. Nur leider stellen wir recht spät fest, dass der Pass komplett gesperrt ist und wir umdrehen müssen. So ein dummer Mist! Und soviel Umweg… seufz! Mit Pausen für Johannes kommen wir um kurz vor 19 Uhr in Andechs an. Der offizielle Womostellplatz ist schon längst voll und auch auf dem normalen Parkplatz stehen bereits viele große Womos. Schön ist das nicht, aber wir wollen ja noch in den Biergarten und einen gemütlichen Urlaubsausklang haben. Wir lösen noch das 14€ Stellplatzticket, das einen 3,40€ Verzehrgutschein fürs Klosterstüberl beinhaltet und wageln den steilen Berg hinauf.
Ich hatte mir ja heimlich schon diverse Leckerlis ausgemalt, die ich gerne essen würde, aber wir haben Pech und die warme Küche hat seit 5 Minuten geschlossen. Immerhin gibt es bei der kalten Küche doch noch ein warmes Wammerl und einen Obatzdn mit großer Breze. Das hilft ein bisschen. Da wir nicht mehr weiter müssen gönnt Simon sich eine Mass und ich mir ein Radler. Johannes bekommt ein Stück Breze, findet aber dass das Bier vom Papa lecker aussieht und ist mal wieder viel zu schnell und schwups, hat Simon seine Mass auf der Hose… Da es fünf nach 8 ist, haben wir nochmal Pech und die Schänke bereits geschlossen. Nix mit Nachschub. 

Vielleicht kann mir das mal wer erklären, wieso an einem Freitagabend in Andechs Küche und Schänke so früh schließen? Simon tröstet sich zurück im Womo mit einer schönen kalten Ovomaltine.
Die Nacht müssen wir nicht heizen, im Gegenteil. Es ist fast zu warm zum Schlafen.
Am nächsten Morgen gibt es nochmal Porridge und wir fahren zum zweiten Kaffee an der Wörthsee, wo wir weil wir so früh dran sind noch nix fürs Parken zahlen müssen. Simon schwimmt eine Runde in dem herrlich klaren Wasser und anschließend wird auf der Wiese noch ein bisschen gekrabbelt und Ball gespielt. 


Einen großen und wirklich leckeren Teller Pommes für 3,50€ teilen wir uns mittags. Johannes kriegt aber diesmal nichts ab, das ist nun wirklich ungesund. Er kriegt stattdessen einen seiner Lieblingsbreis. Und dann geht es wirklich ab nach Hause, wo wir um kurz nach 14 Uhr ankommen.
Moment Mal! Wird der ein oder die andere sich fragen, wollten wir nicht drei Wochen wegfahren? Joa schon, wollten wir. Aber der Wetterbericht für zu Hause war für die kommende Woche auch so gut und wir wollen Johannes wieder mehr Platz zum Krabbeln und Stehen gönnen, als er im Womo hat. Daheim kann man auch schöne Ausflüge machen. Mal schauen, was die Ferien noch so bringen…
Das wars also mit dem Schweizurlaub 2018! Wir sind wirklich totale Schweiz-Fans mittlerweile und werden mit Sicherheit wiederkommen!