Kurztrip nach Kroatien

Unseren wunderschönen Freistehplatz vom letzten Mal haben wir dann nach dem Frühstück verlassen, um in Richtung Kroatien aufzubrechen, das ja nun wirklich nicht mehr weit war. Das merkten wir auch schnell, als wir auf der kleinen Straße Richtung Grenze ziemlich bald recht lang im Stau standen, obwohl es noch gar nicht so spät war. Aber es war Sonntag und anscheinend stehen da Reisende früher auf. Meeeh.

Unser Ziel sollte die Insel Krk sein, die praktischischerweise weit nördlich gelegen und gut per Brücke erreichbar ist. Außerdem gibt es darauf sehr viele Campingplätze. Im bisher unbenutzten ADAC Campingführer hatten wir uns einen ausgesucht, der auf Papier gut klang und wo wir auch endlich mal Wäsche waschen könnten – die wird demnächst nämlich knapp. Tja, nur war dieser Campingplatz als wir ankamen schon ausreserviert. (Und davon abgesehen echt schrecklich eng und alle standen ganz nah nebeneinander und nach 10 Tagen freistehen war das sowieso undenkbar) Hochsaison, August. Ja schon, aber Sonntag ist doch Abreisetag, da hätte man auch Glück haben können… Hatten wir nicht. Nicht bei diesem, nicht beim nächsten, nicht unten in Baska und sonst auch nirgends auf der Insel. Alles ausreserviert. Per Anruf hab ich auch die Nachbarinsel Cres abgecheckt – auch voll. Immerhin haben wir uns die Fähre dorthin gespart.

Falls sich jemand frägt, wieso wir nicht einfach wieder freicampen: in Kroatien wird das wohl nicht sehr gerne gesehen und wenn man Pech hat, ist man mit einer saftigen Strafe dabei. Und da die Kroaten gerne Steinmauern entlang ihrer Straßen bauen, gibt es so gut wie nie größere Parkbuchten oder Seitengässchen, wo man sich hinstellen könnte.

Relativ missmutig mittlerweile, weil es viel zu heiß war und wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, haben wir dann auf dem Weg zurück Richtung Festland immerhin einen ziemlich coolen Grill gefunden, also so ein Grillrestaurant. Geniale Location mit Olivenbäumen und Lampions und auch wenn wir ziemlich lange auf’s Essen warten mussten, war es wirklich sehr lecker und hat die Gemüter wieder etwas besänftigt.

Simon hatte sich schon fast damit abgefunden, dass es wohl nichts mehr würde mit seinen zwei Tagen am Meer, wollte aber doch noch sein Glück ein paar Kilometer weiter südlich entlang der Küstenstraße versuchen. Wenn’s nach mir gegangen wär muss ich gestehen, wären wir gleich wieder zurück ins viel kühlere Slowenien gefahren. Ich bin halt leider einfach kein besonders hitzebeständiger Mensch (bei 25 Grad ist meine Schmerzgrenze ungefähr erreicht) und ja, auch kein großer Meerliebhaber und ich weiß nicht mal wieso und seit wann. Aber da wir schon in den Oster- und Pfingstferien in den Bergen waren konnte ich Simon natürlich seinen Wunsch nicht abschlagen und 24km südlich der Brücke nach Krk, gleich nach Novi Vinodolski, fanden wir endlich einen einfachen Campingplatz am Meer, der noch ein bisschen was frei hatte und auch nur 32€/Nacht inkl. Strom kostete. Yeah. Unser Platz für die Nacht war jetzt nicht gerade Premium (wir mussten zwei Österreicher zuparken und hatten nur Blick auf einen Wohnwagen nebendran), aber in einem kleinen Pinienwäldchen und mit den Auffahrkeilen war es eben und gut genug. Nach dem Abendessen sind wir sowieso vor ans Meer und sind dort gesessen bis es finster war.

Da waren die Aussicht und Temperatur dann perfekt! Und alle anderen Urlauber waren schon wieder zurück in ihren Womos. So muss das sein. Die Nacht war auch erstaunlich gut und nicht mal wie erwartet super stickig und heiß. Daumen hoch!

Am nächsten Morgen hat Simon zum Frühstück Croissants und Brot vom Bäcker geholt (mal so zur Abwechslung vom sonstigen Frühstücksbrei) und danach, so kurz vor 9 Uhr, sind wir runter ans Meer gegangen, wo die Felsen noch ausreichend kühlen Schatten spendeten und außer uns fast keiner da war. Nur 4 Handtücher und Decken, die schon mal für irgendwen die Plätze reservierten und deren Besitzer aber erst so um 11 Uhr dann teilweise aufgetaucht sind… tzzzz.

Simon ist auch geschwommen und war überrascht, wie kalt es war. Ich hab nur mal von draußen zugeschaut. Schön petrolfarben und klar war es auf jeden Fall.

Da um 12 Uhr Check-out Zeit ist, konnten wir beobachten, wie nach und nach einige gute Stellplätze mit Meerblick frei wurden und so haben wir ruckzuck alles irgendwie verstaut, Markise rein, Stühle rein und umgeparkt. Einziger Nachteil: pralle Sonne den ganzen Tag. Aber die Markise und ein bisschen Wind haben’s dann doch die meiste Zeit erträglich gemacht. Und der Premium Ausblick auf’s Meer hat für die restliche Zeit entschädigt.

(Hoffentlich stellt sich keiner mehr vor uns… )Ich für meinen Teil würde es allerdings nicht mehrere Tage am Stück aushalten in der Hitze, Kroatien im August kriegt von mir keine Empfehlung. Aber der Campingplatz in der Nebensaison hat sicher seinen Charme und viele schöne Stellplätze. Abzug gibt’s nur für die Sanitäranlagen, aber da haben wir ja zum Glück unsere eigenen dabei. Oder Simon fährt dann mal ohne mich runter. Faire Sache.

Je tiefer die Sonne dann aber stand, desto besser war auch ich wieder gelaunt und als wir dann beim Abendessen in einem typisch kroatischen Grillrestaurant oberhalb der Straße saßen und aufs Meer schauten und es nur noch so um die 25 Grad hatte, war alles bestens. So wie das Essen übrigens auch dort, ganz überraschenderweise.

Als wir zum Campingplatz und unserem Womo zurückkehrten, waren wir gespannt, ob sich mittlerweile unverschämter Weise jemand direkt vor uns gestellt hatte, da immer mehr italienische Weißwände (=riesige weiße Wohnmobile) auch zu später Stunde noch reindrückten und die freien Stellplätze dann doch langsam zur Neige gingen. In weiser Voraussicht hatte Simon aber die Markise mit einem großen Stein so abgespannt und unseren Tisch und Stühle so hingestellt, dass eigentlich niemand auf diese Idee kommen könnte. Mein Platzhirsch. 😉 Aber der Platz wäre auch zu klein gewesen und hätte dem gelben slowenischen Bus, der schräg links unterhalb von uns stand, die Ausfahrt versperrt. Nur zur Sicherheit ist Simon noch bis um elf rum draußen gesessen und hat die Lage mit einem Bier bewacht. Den Platz direkt hinter unserem Womo allerdings haben wir nicht gleichzeitig im Blick behalten und so haben die Italiener (Wieso sind hier eigentlich soviele von denen und wieso fahren die alle diese riesigen Wohnmobile?!) ein mega großes Zelt aufgebaut direkt unterm Fenster hinten. Die waren optimistisch, dass wir nicht schon in aller Früh wegfahren wollten…

Wollten wir auch nicht. Weil erst mal haben wir um halb 8 draußen in der Sonne mit nach wie vor unverbautem Blick aufs Meer gefrühstückt und sind dann eine Runde geschwommen, beide! Es war herrlich und auch gar nicht so kalt. Bin ganz stolz auf mich! Vielleicht kriegt das Meer ja doch nochmal eine Chance bei mir, allerdings nicht im August zur Hochsaison. Danach geduscht, bezahlt, zusammengepackt, das italienische Zelt über den Haufen gefahren… nein schmarrn. Das haben sie weggetan und sich gefreut, unseren Premiumplatz danach übernehmen zu dürfen. Und dann sind wir den ersten großen Teil unserer Heimreise angetreten, die klassische Strecke über Zagreb Richtung Maribor und Graz, nur dass wir noch einen Zwischenstopp im slowenischen Ptuj einlegen wollten.

Also das war im Grunde meine Idee, weil ich die Stadt in einem Reiseführer entdeckt hatte und sie auf den Bildern ganz nett aussah. Älteste Stadt Sloweniens und so. Aber leider war es auch hier noch viel zu heiß und da Maria Himmelfahrt nicht nur in Deutschland ein Feiertag ist, war die Stadt komplett wie ausgestorben, ganz seltsam.

Von daher kam auch kein Flair und kein Charme auf und nach einem späten Mittagessen direkt an der Drau (Fluss, der durch Ptuj fließt) und einem 5-minütigen Spaziergang durch die fast menschenleere Fußgängerzone mit einer Kugel Eis, haben wir beschlossen weiterzufahren Richtung Tschechien und Lipno Stausee, da Simon da schon länger mal hin wollte.

Allerdings ist er bisher schon 250km gefahren und der Stausee war noch über 400km weg und irgendwann kurz nach 19:00 Uhr in Österreich sind wir einfach von der Autobahn runtergefahren in einer netten bergigen Gegend und sind aufs Geratewohl mal wieder irgendein Bergstraßerl hochgefahren und an einem kleinen klaren Bach stehengeblieben. Das musste reichen für heute.

Nach dem Frühstück gings dann auch schon los Richtung Tschechien. Aber dazu kommt dann vermutlich noch ein extra Blogeintrag. 😉

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