Day 25 & 26 & 27: Mount Rainier Nationalpark 

Ihr werdet es sicher kaum glauben, aber vom vorgestrigen Tag gibt es mal überhaupt gar kein Foto! Da es ja den ganzen Vormittag geregnet hat, sind wir noch in Randal (wo wir gefrühstückt haben) rumgehangen, um ein bisschen im Wlan zu sein, nochmal nen Kaffee bzw. bei mir wars sogar ein Chai, der aber viel zu süß war, zu trinken, Postkarten zu schreiben und zu warten bis die Post wieder aufmacht.

Dann sind wir bis zum Tor des Mount Rainier NP gefahren, dem Ohanapecosh Visitor Centre und Campground, auf dem es um 2:15pm noch genau 5 (von 98) freie Campsites gab, die aber alle so unter Wasser standen oder schief waren, dass wir doch nochmal umgedreht sind und ein paar Meilen zurück zum La Wis Wis Campground gefahren sind, wo wir zwar auch nicht mehr viel Auswahl hatten, aber dann doch einen wirklich guten Platz fanden, den wir auch gleich zwei Nächte reservierten à 20$ und unser Zelt aufbauten, bevor wir nochmal nach Packwood fuhren, um endlich mal wieder zu duschen im dortigen RV Park.

Vorher allerdings bemerkte Simon ein weißes Auto hinter uns, dass sich kurz darauf auch mit Blaulicht zu erkennen gab und wir fuhren rechts ran. Nachdem was wir alles über Polizeikontrollen gehört und gelesen hatten, versuchten wir erst mal ruhig zu bleiben. Der junge Officer kam dann ans Beifahrerfenster mit seinem Hut mit Regenschutz und meinte, wir seien mit 71mph an ihm vorbeigefahren und ob wir denn wüssten, was die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sei (55mph) und dass unser Gespräch aufgezeichnet würde. Nachdem ich ihn gebeten hatte, langsamer zu reden und Simons internationalen Führerschein und die Mietwagendokumente rausgesucht hatte und ihm dann erklärte, dass wir da vorne im RV Park duschen wollten, hat er wohl beschlossen, es bei einer Verwarnung zu belassen. Puuuuh! Nochmal Glück gehabt!

Die 3$ Dusche war höchstens 1$ wert, aber immerhin lief das warme Wasser solange man wollte. Bin sehr froh jedes Mal über meine Flipflops!

Da es noch immer regnete, beschlossen wir doch in Packwood noch was zu essen und die Auswahl gibt irgendwie immer nur Burger oder Pizza her, diesmal aber alles im selben Laden. Die Pizza war aber zu teuer und komisch belegt, deswegen wurds mal wieder der Burger. Unsere monatliche Trans-Fette-Dosis haben wir mittlerweile eh weit überschritten und freuen uns insgeheim schon auf viele frische Kochzutaten zu Hause!

Im Wlan fanden wir allerdings noch raus, dass am Montag Labour Day und somit ein nationaler Feiertag ist und wir deshalb kein erschwingliches Hotelzimmer in Seattle bekommen würden. Also noch eine Nacht campen extra!

Wieder am Campingplatz angekommen, hatte es aufgehört zu regnen und Simon hat es trotz leicht feuchtem Holz doch noch geschafft, ein schönes warmes Feuer zu machen! Juhu!

Die Nacht war überraschend wärmer als gedacht und wir haben tatsächlich recht lang geschlafen. Ist auch jedes Mal weniger stressig morgens wenn man weiß, dass man kein Zelt abbauen muss! Erfreulicherweise war es trockener als am Vortag und man konnte draussen frühstücken.

Dann gings schon in Wanderkleidung rein in den Nationalpark und wieder kam unser America the Beautiful Pass zum Einsatz, der sich spätestens jetzt endgültig bezahlt gemacht hat.

Als Tour haben wir uns den Lakes Loop Trail von den Reflection Lakes aus rausgesucht, 5 miles Roundtrip. Leider hat sich der Berg nicht blicken lassen, aber ansonsten war der Trail wirklich herrlich und wir die meiste Zeit auch so gut wie allein unterwegs. Wir und die Murmeltiere. Die fanden wir zahlreich weiter oben am Golden Gate Trail, den wir spontan noch an die Runde dranhängten, bevor es wieder nach unten ging.


Zwischendrin war es etwas neblig und auch richtig kalt (oben lag ja noch stellenweise Schnee), aber dann kam auch mal die Sonne raus und man konnte etwas Aussicht auf umliegende Gipfel und Seen genießen.

 (Der mit Abstand fetteste Chipmunk, den wir je gesehen haben!)

Besonders schön waren die vielen verschiedenen Blumen, die vor allem an den Bächen in diversen Formen und Farben blühten.


Wir fühlten uns immer wieder ans norwegische Hardangervidda erinnert.

Trotz zusätzlichen Höhenmetern waren wir nach exakt 4 Stunden wieder zurück am Auto und sogar relativ platt, sind aber nochmal bis Packwood gefahren, um Feuerholz zu holen und um dringend zu tanken, trotz hohem lokalen Benzinpreis!

In Packwood war übrigens immer noch Flohmarkt angesagt. Sowas habt ihr noch nicht gesehen! Die ganze Stadt entlang der Hauptstraße und daneben war voller Stände und es wimmelte nur so vor Hinterwäldlern, denn Packwood ist wirklich sehr provinziell. NRA, Trump und sogar Hitler Fans konnten wir ausmachen. Wir entschieden uns gegen einen Flohmarktbummel.


Nach dem langen Wandern schmeckte das selber zubereitete Essen besonders gut und auch das Lagerfeuer war toll! Heute haben wir uns auch extra die Axt vom Campground Host geliehen, um Kleinholz zu machen.


Heute (Sonntag) sind wir nach dem Frühstück gemütlich losgefahren, diesmal zum nördlichen Eingang von Mount Rainier: Sunrise. Eine 3 stündige Tour hatten wir uns rausgesucht und das Wetter hielt gut, auch wenns wieder ziemlich kalt war. Oben am Parkplatz hatte es schon zapfige 6 Grad. Der Berg ließ sich ab und an blicken, allerdings nur die unteren Gletscher und Endmoränen. Trotzdem wars wieder ein super schöner Trail!



Danach gings schnurstracks wieder zum Duschen und jetzt gehts ab nach „Hause“ zu La Wis Wis. Davor natürlich noch Feuerholz kaufen.

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