Naaaajaaa… Also theoretisch mag ich ja Airbnb und habe schon viele gute Erfahrungen gemacht damit. Aber gestern war irgendwie „too much“. Ok, es gab einen Pool, den wir auch kurz genutzt haben, einen Hot-Tub und einen 92″(!!!) TV mit Videothek-gleicher DVD Sammlung und diversen TV und Netflix Kanälen. Ja das Bad war sauber und eigentlich hatte man einen durch einen Vorhang abgetrennten Bereich ganz für sich. Aber wenn man bei der Ankunft gefühlt ne halbe Stunde vollgetextet wird wie welcher Fernsehsender eingestellt wird, obwohl man sagt man wird nicht schauen (wir kamen um 21:15 an) und überhaupt das Gefühl bekommt, dass man bei den Eltern zu Gast ist, ist es einfach zu viel. Dann sind wir alleine am Pool draussen und genießen das Bier und machen das Selfie mit Timer, schwups, kommt sie raus und frägt, ob sie ein Foto von uns machen soll. Man kommt sich einfach leicht dauerbeobachtet vor. Und überall Listen und Zettel mit Tips und Infos und Gästebuch und was nicht alles. Und in der Früh beim Losfahren um 8 wird noch ein Erinnerungsfoto von einem gemacht. Mit dem Haushund. Ein Husky. Im heissesten Teil Californias. Dann ist man eins von 850 Fotos, weil sie schon seit 5 Jahren Airbnb machen. Vielleicjt finanziert das den Tv und den Hottub? Zwei gekochte Eier und zwei gigantische Muffins zum Mitnehmen weil wir noch vor 8 loswollen ersetzen das Frühstück. Und das alles für 94€. Meeehh…. In Zukunft also nur noch Airbnb ohne Familienanschluss bitte. Oder für die Hälfte des Preises. Ok, jetzt reichts aber wieder. Auch wenn wir uns die halbe Fahrt bis Yosemite noch über dieses seltsame Paar gewundert haben.
Bevor wir aber wieder on the road waren, mussten nach 2 Tagen Chico und 3 Tagen San Francisco erst mal die Vorräte für die kommenden Campingtage aufgestockt werden. So gern ich Safeway mag, irgendwie ist es doch extrem teuer. Wir werden künftig wohl nach günstigeren Alternativen Ausschau halten. Der Einkauf heute hat 95$ gekostet, trotz Safeway Card. Ja, wir haben uns doch ne neue Kühlbox für 18$ -35% mit Safeway Card gekauft (dieses Mal nicht nur aus Styropor, weil wir ja in Chinatown jetzt eine Tasche gekauft haben, in der wir die auch mit heimnehmen können), aber sonst? Zwei Granola Mischungen, 2 Nudelsoßen (beides im Doppelpack im Angebot) Milch, Käse, Tomaten, Bananen, Nektarinen, Wasser, Blaubeeren, Käse, Schinken, Weißbrot, Nudeln, Feta&Oliven, Margarine, Hummus, 2 Red Bull. Nicht mal Bier! Wirklich teuer die Lebensmittel hier. Und ohne Safeway Card wären es nochmal 16$ mehr gewesen. Verrückt! Getankt und Geld abgehoben haben wir dann auch noch und um mittlerweile kurz vor 9 gings wieder los, immer noch ohne Frühstück aber immerhin haben wir uns zu den Muffins noch mit Kaffee eingedeckt. Wie immer bei Starbucks zwei Grande Americanos. Daheim in Deutschland bringt mich ja keiner in so nen Laden. Hier isser recht praktisch und eh schon im Supermarkt drinnen.
Zwei Stunden 30 Minuten hieß es dauert es bis Yosemite Valley. Und ausserdem dass die Campgrounds mittags immer schon voll sind. Deswegen war ich die ganze Zeit leicht panisch, ob wir es denn rechtzeitig schaffen würden. Wenn wir am 15. April (!!!!!?!?!!!!) schon gewusst hätten, dass wir genau heute in Yosemite sein werden, hätten wir um 7 Uhr morgens Pacific Time unseren Platz im Yosemite Valley reservieren können. Wussten wir aber nicht. Da die meisten Campingplätze im Valley nur solche zum vorreservieren sind, und die Autos um halb 12, als wir durch den Big Oak Flat Entrance reinfuhren, nur so reingedrückt haben (obwohl Sonntag ist und die Schule letzte Woche wieder begonnen hat), sind wir gar nicht erst ins Valley reingefahren, sondern gleich auf die Tioga Road, an der die first-come-first-served Campgrounds liegen. Die Straße war wirklich voll und wir entschieden und kurzerhand nach einem Blick auf die Map zum Yosemite Creek Campground zu fahren, zu dem man ca. 6km Piste fahren muss. RVs und größeren Fahrzeugen wird abgeraten hier zu fahren. War nach ein paar Kurven auch gleich klar, wieso. Solche Schlaglöcher hab ich im Leben noch nicht gesehen! Während Simon ganz souverän diese Piste entlangfuhr, hab ich quasi Blut und Wasser geschwitzt. Es rumpelte, wackelte, schepperte und quietschte. Wir sind ja immer recht gut bepackt. Simon hat mir aber versichert, dass wir das bestmögliche Auto für so eine Fahrt haben und außerdem ein vollwertiges Ersatzrad. Ok. Die guten Neuigkeiten: es gab noch massenhaft freie Plätze! Wir haben uns einen sehr schönen großen Platz, etwas abseits im Grünen gesucht und gleich unser Zelt aufgebaut und dann bald Brotzeit gemacht. Grün ist übrigens eine seltene Farbe hier, da es auf dem Weg in den Park fast überall braun und schwarz ist, weil es glaube ich letztes Jahr so schlimm und großflächig gebrannt hat. Alle Bäume nur noch schwarze Skelette. Echt traurig.







Also dann haben wir diesen tollen Platz gefunden und ratet mal was der kostet? 12$ pro Nacht!! Wir haben gleich für 2 bezahlt! Simon kann es gar nicht fassen, dass man für so wenig Geld einen so tollen Platz kriegt, und ein so schlimmes Airbnb 94€ kostet oder zwei Nächte in San Francisco in einem Hotel 390€ (plus Steuern und Parkplatz). Und da wir uns von zweimal echt spät ins Bett gehen und trotzdem um 7 aufstehn noch erholen mussten und echt müde waren, haben wir tatsächlich NICHTS gemacht. Ausser einem Nickerchen, Hängematte aufhängen, auf die Granitfelsen klettern, Chipmunks & Squirrels beobachten, Reiseführer und Yosemite Guide lesen und Bier trinken. Und eben die Ruhe und die Natur genießen. Man ist hier übrigens auf über 2000m und es ist zumindest tagsüber noch wahnsinnig warm und angenehm. Mal schaun wie die Nacht wird! Morgen wollen wir ins Valley runterfahren. El Capitan und Half Dome und so. Macbook User kennen die Hintergrundbilder von iOs. Was es hier nicht gibt ist fließendes Wasser. Gut, dass wir viel davon gekauft haben heut! Unsere Essensvorräte müssen wir übrigens in diesen braunen Containern verstauen. Bear-safe. In Alaska hat auch das Auto gereicht. Hier angeblich nicht.
Am späten Abend haben wir dann zwei Zeltplätze weiter noch eine nette 5 köpfige Familie aus Franken kennengelernt und Erlebnisse und Tips ausgetauscht bei einem Lagerfeuerbierchen.
